Leserstimme zu
Das Buch ohne Bilder

Haben oder nicht haben?

Von: Jana Fundner
10.12.2016

Wenn man als Elternteil ein Buch aussucht, das man seinem Kind vorlesen möchte, achtet man in der Regel darauf, dass viele bunte Bilder enthalten sind. Tiere, Gegenstände, Landschaften, über die sich Eltern und Kinder neben der Vorlesegeschichte noch unterhalten können. Eher weniger wird man wohl zu einem komplett weißen Buch greifen, auf dem außer dem Namen des Autors und des Titels nichts zu sehen ist. Eigentlich kommt man gar nicht darauf, dass das ein Vorlesebuch für Kinder ab etwa 3 Jahren ist, oder? „Das Buch ohne Bilder“ ist aber genau ein solches. Und wie es der Titel schon verrät, kommt es komplett ohne Bilder daher. Es erzählt nicht mal eine Geschichte. Es ist einfach nur albern. Aber Kinder mögen albern, also doch genau das richtige? Eine Zusammenfassung des Inhalts kann es logischerweise an dieser Stelle nicht geben, Eltern werden einfach nur dazu animiert, jedes enthaltene Wort vorzulesen oder gar vorzusingen, so doof sie sich dabei auch vorkommen mögen. Und die Kinder haben etwas zu lachen – und wie! Die Idee ist also gar nicht so schlecht. Bewertung aus reiner Erwachsenensicht Als Elternteil macht man sich ja des Öfteren mal für sein Kind zum Affen – und das mit großer Freude. Schiefer Gesang und seltsame Geräusche inklusive. Genau dies erwartet auch „Das Buch ohne Bilder“ von uns. Damit wir auch genau wissen, was zu tun ist, kommt eine kurze CD direkt mitgeliefert auf der das gesamte Buch vorgetragen ist. Das ist ganz nett, um sich einmal ein Bild zu machen, aber im Grunde wäre die CD nicht unbedingt nötig gewesen, denn jedes Elternteil hat wohl seine ganz persönliche Art, das Buch vorzulesen. Wenngleich „Das Buch ohne Bilder“ eine nette Anregung liefert, so ist es für den Umfang doch sehr teuer. Es dauert etwa 5 Minuten das Buch vorzulesen und dafür ist der Preis doch gewaltig. Sicher: viele Kinder möchten, dass man das Buch wieder und wieder zur Hand nimmt, aber im Gegensatz zu den sonst bebilderten Büchern für Kinder, kann sich ein Kind, das noch nicht lesen kann, mit diesem Werk nicht allein beschäftigen. Für 5 Minuten Spaß sind 12 Euro also doch wirklich happig, denn es gibt schöne Vorlesebücher mit Bildern, die deutlich günstiger sind und bei denen Eltern ebenfalls singen und die Stimme verstellen können. Bewertung aus Kindersicht Betrachtet man „Das Buch ohne Bilder“ aber aus der Sicht eines Kindes, ist es ein Riesenspaß. Für kleine Kinder gibt es doch kaum etwas schöneres, als wenn Mama oder Papa singen, lesen und albern sind. All das bekommen sie mit diesem Buch geliefert. Schnell kennen sie die „Geschichte“ auswendig, wissen genau, was kommt und freuen sich tierisch. Haben oder nicht haben? Allein für das Kinderlachen und die Freude in den Augen lohnt sich die Anschaffung dann eben doch. Denn Fakt ist, dass der Spaß wirklich nicht zu kurz kommt, wenngleich das Lesevergnügen doch nicht lang andauert. Dennoch: auch die CD, die eher überflüssig ist, rechtfertigt letztendlich nicht den Preis. Wer sich daran aber nicht stört, macht seinen Kleinsten sicherlich eine Freude und darf sich mal wieder zum Affen machen.