Leserstimme zu
Himmelschlüssel

Fredrika Bergmann - Himmelschlüssel (Kristina Ohlsson)

Von: Poldi
12.12.2016

Mittlerweile hat Fredrika Bergmann nach der Geburt ihres zweiten Kindes eine Anstellung im Justizministerium angenommen, dennoch führt sie ein neuer Fall wieder mit Alex Recht zusammen. Denn alle Behörden müssen zusammenarbeiten, um den Absturz eines Flugzeugs zu verhindern, in der ein perfider Erpresser eine Bombe versteckt hat – genauso wie an verschiedenen Punkte Stockholms... Kristina Ohlsson hat für ihren vierten Band um Fredrika Bergmann einen harten Cut gemacht und nicht nur die Figuren an ganz anderen Stellen ihres Lebens platziert, sondern auch ihre „klassische“ Thriller-Struktur aufgebrochen. Statt einem Mörder auf die Spur zu kommen, muss dieses mal das Verbrechen verhindert werden, und dabei stehen zahlreiche Menschenleben auf dem Spiel. Schnell wird so eine dichte Atmosphäre aufgebaut, die von der ständigen Bedrohung, von dem stetigen Risiko und besonders dem immerwährenden Zeitdruck geprägt ist. Sehr detailliert beschreibt die Autorin dabei die einzelnen Vorgänge, die unterschiedlichen Verknüpfungen der Behörden, das Arbeiten unter Hochdruck. Das ist gut durchdacht, auch wenn die Spannung im Mittelteil nicht ganz gehalten werden kann. Denn hier werden die Theorien immer wieder durchdacht, ohne dass wesentliche neue Informationen eingebaut werden. Das packende Finale entschädigt hierfür aber hierfür, das ist hochdramatisch und mit viel Energie geschildert. Sowohl alte als auch neue Charaktere haben einen festen Platz im Gefüge des Romans und werden von unterschiedlichen Seiten beleuchtet. Dabei kommen individuelle, sehr glaubhafte Züge zu Tage, die die Figuren nicht immer smpathisch, aber gerade deswegen so authentisch wirken lassen. Die verwendete Sprache ist prägnant und treffend, die vielseitige Wortwahl und die variable Satzstellung lassen keine Langeweile aufkommen und intensivieren die Spannung der Handlung. „Himmelsschlüssel“ ist ein lesenswerter Thriller, der mit einem ganz anderen Ansatz spielt als man es von der Autorin gewohnt ist. Sie bringt viele neue Ideen mit ein und schildert die Vorkomnisse lebensnah und gut nachvollziehbar. Auch wenn die Spannung in der Mitte der Handlung etwas einknickt, ist ein gelungener Handlungsbogen gespannt, der jedoch nie die Charaktere aus den Augen verliert.