Leserstimme zu
Minus Drei wünscht sich ein Haustier

Lies doch einfach - Lesetipps für kleine und große Erstleser und Menschen mit Leseschwäche

Von: Sabine Kruber
23.01.2017

Vorsicht Spoiler! Mama, ich will ein Haustier. Dieser Wunsch wird in vielen Familien von den Sprösslingen vorgetragen. Bei den Eltern stößt dieser Wunsch nicht selten auf Ablehnung. Wenn der Nachwuchs es nicht mal schafft, sein eigenes Zimmer aufzuräumen, wie soll er sich dann verantwortungsbewusst um ein Haustier kümmern? Auch der kleine Dinosaurier Minus hat diesen Wunsch – ein eigenes Haustier. Es muss ja nicht groß sein, ein Urfisch wäre auch schon fein. Doch vor allem Mutter Drei ist dagegen. Und so bleibt Minus nichts anderes übrig, als seinen Eltern zu beweisen, dass er sehr wohl verantwortungsbewusst mit einem Haustier umgehen kann. Er bietet eine Haustierbetreuung an. Doch Minus hat sich das leichter vorgestellt als gedacht. Einen wasserscheuen Tyrannosaurus Rex zu baden, mit einem hyperaktiven Triceratops spazieren zu gehen oder einem verspielten Stegosaurus die Stacheln und Krallen zu pflegen, das erweist sich ganz schnell als kein Kinderspiel. Und wie die Wohnung nach dieser Aktion aussieht ... Zum Schluss stellt Minus fest: Das war vielleicht doch keine so gute Idee mit dem eigenen Haustier. Wie gut, dass die Eltern es sowieso verboten haben. Aber was, wenn die Eltern ihre Meinung plötzlich geändert haben? Minus Drei wünscht sich ein Haustier dürfte alle Dino-Fans begeistern, aber auch für Kinder interessant sein, die sich ein Haustier wünschen. Das Buch eignet sich für Jungen und Mädchen, dürfte aber besonders Jungen ansprechen, die ja häufig einen Faible für Dinosaurier haben. Die Geschichte ist amüsant erzählt und wurde von der Autorin selbst auch mit vielen farbigen und aussagekräftigen Illustrationen versehen. Das Buch ist eigentlich ein Vorlesebuch. Dies steht so auch auf dem Cover. Es ist aber ebenfalls sehr gut für fitte Erstleser geeignet. Die Lesbarkeit ist einfach. Schwierigkeiten könnten beim Lesen allerdings die schweren Dinosauriernamen machen. Hier empfehle ich, die Namen vorher auf ein Blatt zu schreiben und die Silben zu kennzeichnen. Der schon etwas umfangreichere Text (L) unterteilt sich in fünf Kapitel, sodass man beim Lesen zwischendurch auch gut pausieren kann. Das Bild-Textverhältnis ist für Erstleser, aber auch ältere leseschwächere Grundschüler sehr angenehm, da auf den Seiten der Bildanteil eindeutig dominiert und der Text wohldosiert auf den einzelnen Seiten zu finden ist. Insgesamt unterstützen die Illustrationen das Lesesinnverständnis sehr gut. Die Schrift selbst ist groß, serifenlos und die Zeilenabstände sind weit. Das Buch gibt es außerdem auch als E-Book und als Hörbuch, das man unterstützend beim Lesen einsetzen kann. Kinder, die einen Text gerne hinterfragen, werden bei diesem Buch jedoch auf Ungereimtheiten und naturwissenschaftliche Unmöglichkeiten stoßen. Dinosaurier und Urmenschen konnten sich nicht in Wirklichkeit begegnen, da Dinosaurier zu den Zeiten der ersten Urmenschen längst ausgestorben waren. Da Dinosaurier aber auch nicht in Häusern wohnten und sprechen konnten, mag man darüber noch hinwegsehen. Mehr Verwirrung löst die Tatsache aus, dass Dinosaurier andere Dinosaurier als Haustier halten und sich einige Dinosaurier wie Menschen verhalten, während die anderen sich eher wie Haustiere verhalten, die auch nicht sprechen können. Diese Darstellung ist etwas fragwürdig. Fazit: Eine lustige Dino-Geschichte mit kleinen inhaltlichen Schwächen. Für Dino-Fans nicht nur zum Vorlesen, sondern auch zum Selberlesen sehr gut geeignet.