Leserstimme zu
Mein Leben als Zucchini

Manchmal muss man seine wahre Familie verlieren, um eine Richtige zu bekommen.

Von: Gisela Simak
29.01.2017

Zum Inhalt Der kleine Zucchini möchte den Himmel erschießen. Er findet eine Pistole im Schlafzimmer seiner Mutter. Die Mutter sitzt den ganzen Tag vor dem Fernseher und trinkt ihre "Bierchen!" Als sie im Garten die Schüsse hört, versucht sie Zucchini die Pistole abzunehmen. Im Gerangel löst sich ein Schuss. Nun ist die Mama selber im Himmel. Zucchini versteht noch nicht die ganze Tragweite von dem Vorfall. Die Mama schläft bestimmt und wird bald wieder aufwachen. Dann wird sie bestimmt böse auf ihn sein. Er versteckt sich im Speicher. Da werden Nachbarn auf die tote Mutti im Garten aufmerksam und verständigen die Polizei. Meine Meinung Noch nie hat mich ein Kind in einem Roman so berührt wie Zucchini. Der kleine Knirps hatte bei seiner Mutter nichts zu lachen. Sie kümmerte sich nicht um den Kleinen und schimpfte ihn für Dinge, die er nicht verbrochen hat. Zucchini musste sich sein Essen selber machen und putzte stets das ganze Haus. Seine ungepflegte Mutter trank ihre Bierchen und sah fern. Sie interessierte sich für keine Elternabende und kümmerte sich nicht darum, ob Zucchini überhaupt in die Schule geht. Nachdem Zucchini seine Mutter versehentlich erschossen hat, versteckt er sich. Hat Angst vor der Schimpfe der Mutter. Da erscheint der Gendarm Raymond und nimmt ihn mit aufs Revier. Den warmherzigen Raymond habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Das Mitgefühl, das er für den kleinen Zucchini hat, kann man zwischen den Zeilen spüren. Er nimmt dem Kleinen die Angst und fährt ihn in ein Kinderheim. Zucchini wird dort mit offenen Armen aufgenommen Er kann nur nicht leiden, dass er mit seinem richtigen Namen Icare angesprochen wird. Er heißt jetzt schließlich Zucchini! Raymond verspricht ihm, ihn regelmäßig zu besuchen. Die Dialoge sind oft zum Schmunzeln. In dem Heim geht man mit den Kindern sehr gut um. Man verhätschelt sie und vermittelt ihnen viel Wärme und Geborgenheit. Jedes der Kinder hat traumatische Erlebnisse hinter sich. Manche haben keine Eltern mehr. Andere wiederum wissen nicht, wo ihre Eltern sich befinden. Trotz der traurigen Thematik ist die Geschichte sehr witzig. Sie ist berührend und wunderbar erzählt. Jedes einzelne Kind ist gut beschrieben. Ich habe von jedem Kind eine genaues Bild im Kopf. Zucchini blüht in dem Heim richtig auf. An seine Mutter denkt er nur noch selten. Er bekommt gutes Essen und schläft in einem sauberen Bett. Man interessiert sich für ihn. Sieht in ihm das kleine Kind, das er ist. Geburtstage werden gefeiert. Es gibt Schockoladenkuchen und alles was ein Kinderherz begehrt. Dann bekommt das Heim Familienzuwachs. Ein kleines Mädchen, welches Zucchinis Herz höher schlagen lässt. Raymond hält sein Versprechen und besucht Zucchini regelmäßig. Nicht nur das .... Fazit Manchmal muss man seine wahre Familie verlieren, um eine Richtige zu bekommen. Die Heimbetreuer, ( von Zucchini Heimwehstreuer genannt) unternehmen viel mit den Kindern. Das Personal hat seine eigenen Sorgen und Nöte. Niemals wird es jedoch an den Kindern ausgelassen. So ein Heim ist wirklich wünschenswert. Ich habe mich oft gefragt, ob es so ein Kinderparadies wirklich gibt. Das Cover hat mich nicht angesprochen. Weder vor- noch nach dem Lesen des Buches. Animationsfiguren sind nicht so meine Sache. Der Inhalt gleicht dieses Defizit jedoch wieder aus. Ausgleich ist eigentlich der falsche Ausdruck für diese emotionale, kluge und witzige Geschichte. Zucchini hat viele Fragen, mit denen er alle nervt. Uns Leser bringt er damit zum Lachen. Die Logik, die er manchmal hat, ist einfach nur köstlich. >>Die Kirche ist das Haus vom lieben Gott, aber der ist dort nie. Das wundert mich nicht, denn in seinem Haus ist es immer mörderisch kalt. Der liebe Gott ist nicht doof.<< (Seite 82) >>Blos weil man nie fragt, weiß man noch lange nicht alles.<< (Seite 209) Die Mitarbeiter sind alles andere als perfekt. Perfekt ist jedoch die Liebe, die sie den Kindern geben. Ob mir das Ende gefallen hat? JA! Und wie ..... Danke Giles Paris Mein Dank geht an den Knaus-Verlag für die Bereitstellung des Buches.