Leserstimme zu
Odyssee

Eine grandiose Neuübersetzung

Von: Nika
31.01.2017

Homers Heldenepos „Odyssee“ ist eine der bekanntesten und in Film und Literatur am häufigsten interpretierten Dichtungen weltweit. Wohl jeder hat schon einmal Auszüge der Geschichte um Odysseus, der gemeinsam mit seinen Kriegern vom Trojanischen Krieg heimkehrt, gelesen, gehört oder gesehen. Mit dem neuen deutschen Penguin Verlag, der sich in die Random House Gruppe gliedert, ist jetzt eine viel gelobte Neuübersetzung von Kurt Steinmann erschienen. Der Übersetzer entschied sich für diese für eine hexametrische Wiedergabe des Textes. Die „Odyssee“ in einer Rezension zu bewerten, wäre wahrlich vermessen, daher möchte ich lediglich über die Vorlage des Penguin Verlages schreiben, die der Geschichte mit einer weiteren Übersetzung neues Leben einhaucht. Schade finde ich es, dass Kurt Steinmann trotz der vielen begeisterten Zitate aus der Presse im Klappentext und auf der ersten Seite nur unscheinbar im Innenteil unter dem Titel genannt wird. Immerhin im Nachwort werden ihm einige Seiten eingeräumt. Optisch besticht das Buch durch eine einfache, aber sehr ansprechende Gestaltung, die sich innen fortsetzt, denn der Leser wird nicht durch kleinbeschriebene Seiten erschlagen, wie es so oft bei literarischen Klassikern der Fall ist, sondern kann sich mit 35 Versen pro Seite die Zeit und Ruhe lassen, die die Erzählung braucht. In einer anspruchsvollen, aber dennoch einfach gehaltenen Übersetzung gelingt es Steinmann, den Text lebendig zu halten und es ist definitiv eine zurecht betitelte Meisterleistung, die hier vorliegt. Kurt Steinmanns authentische Ausgabe lädt umso mehr ein, sich in die spannende Odyssee fallen zu lassen, ohne von komplizierten Wortgebilden erschlagen zu werden. Wird es doch einmal ein Fremdwort und schwer verständlich, helfen detaillierte Anmerkungen im Anhang, die nicht nur die Wörter erklären, sondern auch einzelne Handlungsabschnitte kurz erklären und Hintergrundinformationen liefern. Ebenfalls integriert ist ein Namensregister, sodass es den Lesern an nichts mangeln sollte.