Leserstimme zu
Die weiße Aborigine

Die Rezension bezieht sich auf eine nicht mehr lieferbare Ausgabe.

Für Australienfans und Aborigine Interessierte

Von: Beauty Butterflies
25.03.2017

Die Beschreibung klingt nach mehr Liebesgeschichte, als letztendlich im Buch enthalten ist; was ich persönlich aber gut finde. Hauptsächlich geht es um eine kleine Familiensage, die wirklich sehr spannend ist. Die Geschichte wird zum einen aus Claras Sicht in der Neuzeit berichtet; wie sie durch einen Gentest (sie arbeitet als Laborantin) herausfindet, dass sie Aborigine-Wurzeln hat und dem nachgeht. Nach West-Australien reist und vor Ort nicht nur etwas über ihre Vorfahren herausfindet, sondern auch Abenteuer erlebt. Dadurch, dass sie mit Yagan einen Aborigine-Guide hat, erfährt sie viel über diese Ureinwohner und deren Geschichte sowie Kultur. Claras Erzählungen wechseln sich mit der Geschichte ihrer Ururgroßmutter Lores, die 1885 nach Australien reist und mit ihrem Mann nahe Derby lebt und zwischen die Fronten der Rinderbarone und Aborigine geraten. Wie es dazu kommt, dass Lore eine Affäre mit einem der dort meist gesuchten Aborigine anfängt müsst ihr beim Lesen selbst herausfinden…. Ihr war sehr positiv von dem Buch überrascht, da ich irgendwie eine schwülstige Liebesgeschichte befürchtet hatte. Und auch wenn zwei Liebesgeschichten vorkommen, sind sie nicht so dominierend. Viel interessanter und sehr spannend dargestellt ist die Geschichte drum herum. Um die Rinderbarone und Aborigine, allen voran Jandamarra, der gejagt wurde, wie es leider in der Zeit und viele Jahre lang der Fall war. Diesen Aborigine gab es übrigens wirklich und seine Geschichte ist so passiert. Die Autorin hat sich nur die Liebesgeschichte zu Lore dazu „gedichtet“. Man erfährt sehr viele Hintergründe zum Thema, die einen auch mehr als einmal schlucken lassen und aufwühlen. Dabei schafft es die Autorin, dass es nicht wie ein Sachbuch wirkt sondern man alles sehr gut und flüssig lesen kann. Da ich immer gerne erst ein Kapitel beende, bevor ich das Buch zur Seite lege kam ich recht schnell vorwärts, denn die Kapitel sind sehr lang. Insgesamt gibt es 6 Kapitel aus Claras Sicht und 5 aus Lores. Ein paar Abzüge muss ich bei all dem Lob allerdings machen, da ich das Ende etwas hanebüchen und konstruiert fand. Hier sollte noch einmal richtig Spannung aufkommen, was bei mir aber eher Stirnrunzeln verursachte. Trotzdem mochte ich das Buch insgesamt sehr gerne und freue mich dadurch mehr über die Kultur und Geschichte der Aborigine in Australien kennengelernt zu haben.