Leserstimme zu
Mord in Schönbrunn

Wieder sehr spannend - Bitte mehr davon!

Von: Cocolinchen
27.03.2017

Sie sieht aus wie Schneewittchen, die Leiche, die die Polizei im Schlosspark Schönbrunn findet. Die blasse Schönheit liegt dort kunstvoll aufgebahrt in einem Brautkleid. Die dunklen Haare sind mit Blumen geschmückt, die Lippen blutrot geschminkt. Die Leiche ist umringt von Grablichtern. Und schnell stellt sich auch heraus, wer dieses Schneewittchen ist. Es handelt sich um die seit 5 Jahren verschwundene Exverlobte eines prominenten Wiener Hoteliers. Und genau dieser will in wenigen Tagen heiraten. Natürlich berührt der Fall auch Journalistin Sarah Pauli, die sich gerade ausgiebig mit dem Thema "Hochzeitsbräuche" befasst. Die neugierige Frau kann es wieder nicht lassen und beginnt mit den Ermittlungen. Als sie eines Tages einen Strauß rote Rosen erhält, ahnt sie noch nicht, was dahinterstecken könnte. Sie stößt auf immer mehr Zeichen und Verbindungen zu der Toten, was ihr irgendwann auch selbst gefährlich werden könnte... Meine Meinung: Endlich mal wieder ein Wien-Krimi rund um Sarah Pauli. Ich mag diese neugierige Journalistin einfach und außerdem ist Wien eine meiner Lieblingsstädte. Daher gefällt es mir immer besonders gut, wenn man den ein oder anderen Schauplatz aus dem Krimi selbst schon einmal besucht hat. Das gibt einem irgendwie nochmal ein ganz anderes Gefühl beim Lesen. Sarah Pauli ist wie immer neugierig und sehr sympathisch dabei. Für Martin Stein, Kommissar bei der Wiener Mordkommission, wieder eine Herausforderung. Die beiden treffen bei ihren Ermittlungen nämlich regelmäßig aufeinander. Aber auch Sarahs Bruder Chris, seine Freundin und gleichzeitig ihre Kollegin Gabi und ihr Lebensgefährte David Gruber, Herausgeber des Wiener Boten, sind auch wieder dabei. Den Fall an sich fand ich wirklich sehr gut und spannend. Es fängt an mit der so liebevoll, fast kunstvoll hergerichteten Leiche. Was steckt dahinter? Dann werden auf dem Bauch der Toten auch noch Koordinaten gefunden, die wahrscheinlich der Täter mit Permanentmarker hinterlassen hat. Mit diesen Koordinaten führt der Täter die Ermittler in einen alten Wein-und Schutzkeller im Wiener Wald. Doch was die Polizei dort findet, ist mehr als beunruhigend. Dort wurden zig Fotos und Artikel von Sarah Pauli gesammelt. Der ganze Keller ist zugepflastert damit. Aber warum? Soll sie etwa das nächste Opfer werden? Und wurde die Tote in diesem Raum gefangen gehalten? Der Raum ist super rein und daher wird es schwer bis unmöglich dort Spuren zu finden. Der Täter hat den Keller offensichtlich nur mit Schutzanzug und Handschuhen betreten. Auf den ersten Blick sieht alles abgenutzt aus, doch nach den ersten Untersuchungen fällt auf, dass der Raum so gut wie steril rein ist. Der Täter hat die Beamten dorthin gelockt, doch warum? Aber nicht nur das ist mysteriös. Es ist auch weiterhin unklar, wo die Tote in den vergangenen fünf Jahren gesteckt hat. Die Leiche weist keine offensichtlichen äußeren Verletzungen auf, doch da die Frau bei ihrem Auffinden nur noch 30 Kg bei einer Größe von 1,73 gewogen hat, liegt es nahe, dass sie wohl verhungert und verdurstet sein dürfte. Besonders makaber scheint auch, dass ausgerechnet die "neue" Verlobte des Promi-Hoteliers die Leiche findet. Bei den Ermittlungen bleibt es aufregend, denn neben dem Fund von der Fotosammlung von Sarah Pauli, bekommt sie außerdem einen riesigen Strauß roter Rosen zugeschickt. Zunächst denken sie und ihre Kollegen an einen heimlichen Verehrer, doch bald zeigt sich, dass dem nicht so ist. Man könnte vermuten, dass es für sie auch sehr gefährlich werden könnte, aber ganz so ist es dann nicht. Aber hier will ich nicht zu viel verraten. Interessant ist auch Ruth Neuberg. Sie hat mich sehr beschäftigt, denn man fragt sich ständig, welche Rolle sie spielen könnte in dem Ganzen. Immerhin ist sie damals die beste Freundin der Toten gewesen. Später macht sie den Verlobten des Mordopfers mit seiner "Neuen" bekannt. Ruth scheint ihre Finger oft im Spiel zu haben. Also Ihr seht, es passiert einiges. Dieser Fall ist einer der spannensten von Sarah Pauli, wie ich finde. Es war durchweg mitreißend ohne langatmige Passagen. Ich konnte diesen Wien-Krimi kaum aus der Hand legen und kann ihn Euch wirklich nur empfehlen! Die Vorgänger aus dieser Wien-Krimi-Reihe muss man zum Verständnis nicht gelesen haben, aber auch die kann ich Euch wirklich nur ans Herz legen. Mir haben sie bisher alle gefallen!