Leserstimme zu
Brixton Hill

Schauplatz London

Von: Daniela U. aus Allgäu
28.06.2014

Schauplatz London. Emma Vines befindet sich gemeinsam mit ihrer Freundin Kimmy im Büro in einem der Hochhäuser an der Canary Wharf, als dort ein Alarm ausbricht. Klimaanlage und Strom fallen aus, das Gebäude scheint abgeriegelt. Ihre Freundin Kimmy hat eine Panikattacke und stürzt sich aus dem Fenster. Kurz darauf kursieren bereits auf Twitter Gerüchte über einen terroristischen Hintergrund und möglicherweise eine Beteiligung Ems an diesem Anschlag. Sie wird verhaftet und hat einige Mühe, ihre Unschuld zu beweisen. Ganz offensichtlich will ihr jemand etwas anhängen. Und es wird noch schlimmer! Doch wer steckt dahinter? Gibt es einen Zusammenhang zu Alan, dem Mann, der sie seit Wochen stalkt und belästigt? Mit seinen Fähigkeiten als Hacker traut ihm Em durchaus zu, das Gebäude entsprechend manipuliert zu haben. Sie sucht die Konfrontation, kommt aber nicht wirklich weiter und bald darauf scheint auch Alan verschwunden zu sein. Ist er untergetaucht, um einer Verhaftung zu entgehen oder was steckt dahinter? Em entdeckt Spuren, die auf eine Verwicklung ihrer eigenen Familie in die Ereignisse hindeuten. Wer ist das Ziel der Attacken? Em selbst oder ihre Familie, die als Inhaber einer Privatbank durchaus ebenfalls im Fokus eines Angriffs stehen könnten? Doch was ist überhaupt das Motiv? Zoe Beck hat hier einen spannenden Roman geschrieben, der verschiedenste aktuelle Themen anspricht, aber insbesondere durch die Charakterzeichnungen besticht und fesselt. Die Hintergründe, die da am Ende herauskommen, kann man als Leser unmöglich erahnen, hier setzt sich nach und nach ein Puzzle zusammen, dessen einzelne Teile anfangs noch gar nicht zu sehen sind. Auch historische Ereignisse spielen hier mit Auswirkungen bis in die Gegenwart hinein. Die Art der Auflösung habe ich als recht ungewöhnlich empfunden, es ist eine Art langer Epilog mit Beantwortung der offenen Punkte aus eher neutraler Perspektive, während die Geschichte vorher meist aus Ems Sicht geschildert wurde. Insgesamt ein durchaus interessantes Thriller eher ruhigeren Tempos, der nicht mit Kritik an manchen aktuellen Entwicklungen in Wirtschaft und Politik spart.