Leserstimme zu
Stresst ihr noch oder liebt ihr schon?

Geschmunzelt, genickt, gestaunt

Von: JoLou
22.04.2017

Ich dachte eigentlich, dass ich ein weiteres Ratgeberbuch in Händen halte, mit superschlauen Ideen und Tipps die sich unbedingt für alle Familien eignen (Ironie off) Der Untertitel "Warum Familie nicht das Problem ist, sondern die Lösung." und das lustige Cover haben mir wirklich signalisiert, dass man mir jetzt Lösungen für ein gelungenes Familienleben vorsetzt, doch es ist viel besser. Die Autoren sind verheiratet und haben 5 Kinder, wobei die beiden älteren aus früheren Beziehungen von Alexa stammen. Abwechselnd schreiben Alexa und Marcus Kapitel mit Überschriften wie: "Nicht jedes Kanu kentert" oder "Ich mach das aber so!" Man erhält immer aus der jeweiligen Perspektive einen Blick auf das Familienleben der Patchworkfamilie zu einem Thema, mit Gedanken dazu und Rückschlüssen. Nicht mehr und nicht weniger. Den erhobenen Zeigefinger finde ich nicht einmal im Buch. Sie beschreiben ihren Weg und wie er für sie der richtige ist und es super funktioniert, meistens. So ein bisschen fühle ich mich als lese ich eine Doppel Autobiografie, nur unterhaltsamer und mit Zeitsprüngen. Es macht Mut zu lesen, das andere auch Zweifel haben und sich fetzen. Dass es einfach normal ist, dass sich der Freundeskreis ändern wenn man Kinder hat und die eigene Erziehung und Kindheit immer mit rein spielt, so viel man auch alles anders machen möchte. Im Kapitel "Das macht man aber so!" dachte ich, hey, da werde aber ich beschrieben beim Spülmaschine einräumen und so wie ich hat der Autor dieser Zeilen einen Partner, der die Spülmaschine total anders einräumt. Also ich gestehe Euch, wenn Christian die Maschine einräumt, kann es sein, dass ich alles wieder raus hole und neu sortiere (so wie es richtig ist ;-) ) Lustig ist jedoch, dass in dem Fall Marcus der Spülmaschinenpedant ist und ich dachte das wäre so ein Frauen/Männer-Ding. Ich fühlte mich auf allen 190 Seiten gut unterhalten und habe genossen, dass mir keiner mit dem erhobenen Zeigefinger vorm Gesicht fuchtelte und mir superschlaue Ratschläge zu meinem Leben erteilte, die bei uns gar nicht umzusetzen wären. (Warum werden gerade Blogs die das tun so oft gelesen? Sucht die Generation nach mir doch ein bisschen Bevormundung, weil das ihre Eltern verpasst haben und Dinge lieber "auf Augenhöhe" diskutiert haben?) Danke für gesunden Menschenverstand und dieses Buch.