Leserstimme zu
Das Spiel - Rache

Die Rezension bezieht sich auf eine nicht mehr lieferbare Ausgabe.

Spannung pur und wirklich nichts für schwache Nerven

Von: Cocolinchen
24.04.2017

Eines kann ich gleich vorweg sagen, wie auch schon der Vorgänger, ist Rache von Jeff Menapace nichts für schwache Nerven. Es geht wieder ganz schön grausam zu und zwischendurch musste ich mich zum Weiterlesen überwinden. Wobei der Vorgänger vielleicht noch ein wenig grausamer war.... Trotzdem wollte ich unbedingt wieder wissen, wie es denn nun weitergeht. ;-) Die "kranken" Fannelli-Brüder schienen nach dem ersten Teil besiegt. Wie sollte noch Gefahr von ihnen ausgehen. Einer tot, der andere im Gefängnis. Doch der Übergebliebene hat nur noch ein Ziel, Rache! Durch Zeitungsberichte wird währenddessen seine "echte" Familie auf Arty, der als Kind mit seinem Bruder von der Fannelli-Familie adoptiert worden war, aufmerksam. Sie nehmen Kontakt zu ihm auf und so nimmt das Verderben seinen Lauf. Bei dieser Familie scheint die Grausamkeit in den Genen zu liegen. Die Ähnlichkeit besteht also nicht nur äußerlich. Während Arty im Gefängnis sitzt, nehmen nun Vater John und Schwester Monica Rache. Das Spiel beginnt also aufs Neue und verspricht nicht weniger entsetzlich zu werden. Arty tritt dieses Mal eher in den Hintergrund. Zuerst scheint es so, als könnte die Familie Lambert zur Ruhe kommen. 3 Monate nach den Vorfällen am Crescent Lake kehren sie nur schwer in ihr altes Leben zurück, das Erlebte hat eben seine Spuren hinterlassen, nicht nur äußerlich. Auch mit therapeutischer Hilfe ist das alles nicht mal eben abzuhaken. Sogar die Beziehung von Amy und Patrick wird auf eine harte Probe gestellt, es kriselt. Es scheint gerade alles wieder einigermaßen geordnet, da häufen sich seltsame Vorfälle. Die sind zwar alle irgendwie erklärbar, doch irgendwann wird klar, es muss jemand seine Hände im Spiel haben. Dieses Mal findet das "Spiel" am Heimatort der Familie Lambert statt. Man erfährt einiges aus dem Alltagsleben und lernt die Familie noch ein wenig mehr kennen. Aber, wie gesagt, die Rückkehr in das alte Leben ist natürlich nicht mal eben möglich. Aber auch über die andere Seite erfährt man mehr. Besonders gelungen und spannend fand ich, dass Monica den direkten Kontakt zu Familie Lambert aufnimmt. Aber "getarnt". Sie sucht die Nähe zu den Mördern ihres Bruders. Erschleicht sich deren Vertrauen. Sie tritt zwar immer nur kurz auf, aber kommt ihnen gefährlich nahe. Alles Teil der Rache, Teil des Spiels. So lenken Vater und Tochter durch Manipulation mehr, als man annehmen möchte und sorgen für den ein oder anderen Unglücksfall. Familie Lambert ist arglos und geht von Schicksalsschlägen und Zufällen aus. Sprachlich habe ich wieder nichts auszusetzen. Es gibt keine langatmigen Abschnitte. Alles ist flüssig geschrieben und ich hätte Rache einfach nur so weglesen können. Das Ende macht wieder "Lust" auf mehr. Ich muss unbedingt die Fortsetzung in die Hände bekommen und erfahren, wie das Spiel zu Ende geht. Ihr merkt, Band 2 ist genauso stark wie der Vorgänger! Allerdings, das muss gesagt sein, man sollte Band 1 schon gelesen haben. Ohne die Vorgeschichte ist Band 2 einfach nicht komplett!