Leserstimme zu
Wenn das Eis bricht

Toller Krimi in einer tollen Erzählweise

Von: brigitta
24.04.2017

Zusammenfassung: Emma, eine junge Verkäuferin der Modekette "Clothes & More " lebt recht einsam, bis sie eines Tages auf Jesper Orre trifft. Jesper ist Vorstand der Modekette, eigentlich für Emma unerreichbar, aber trotzdem beginnt Jesper in Emmas Leben eine große Rolle zu spielen. Natürlich muss dies alles geheim bleiben, aber dennoch kann Emma ihr Glück kaum fassen. Bis Jesper sie ausgerechnet am Abend der Verlobung sitzen lässt. Noch nicht einmal per Brief oder mit Worten, er taucht einfach nicht mehr auf. Irgendwann will Emma Klarheit und versucht mit Jesper in Kontakt zu treten, doch das ist gar nicht so einfach. Dann wird in Jespers Haus eine grausam ermordete Frau gefunden. Die Polizei weiß nicht wer die Frau ist und Jesper ist spurlos verschwunden. Er ist nicht aufzufinden und benutzt weder Kreditkarte noch Mobiltelefon. Peter ermittelt in diesem Fall und da er Bezüge zu einem sehr alten Verbrechen hat, zieht er die Verhaltenspsychologin Hanne hinzu. Hanne ist eigentlich nicht mehr aktive Beraterin, aber diesen Fall möchte sie dennoch mit aufklären.... Vielleicht auch, um einen Teil ihrer eigenen Vergangenheit zu klären. Fazit: Die Geschichte wird aus drei Perspektiven und auf zwei verschiedenen Zeitebenen erzählt. Peter, der Polizist erlebt den Fall im Hier und Jetzt, erzählt seine Eindrücke und beginnt mehr und mehr seine eigene Persönlichkeit zu reflektieren. Hanne ist auch im Hier und Jetzt, entgleitet aber sehr oft in die Vergangenheit, die ihr auf einmal wieder sehr Nahe kommt. Emmas Erzählung beginnt einige Monate vor dem Verbrechen und rollt den Fall quasi von hinten nach vorne auf. In Emmas Beschreibungen erfahren wir, was passierte und warum das Geschehen zu einem bestimmten Punkt führte. In Peter und Hannes Beschreibung ist alles schon passiert und sie versuchen herauszufinden was eigentlich passierte. Die Wege aller drei kreuzen sich gelegentlich, ohne dass sie wissen, dass sich hier ihre Wege kreuzen. Auch der Leser tappte sehr lange im Dunklen und weiß nicht, wessen Weg er gerade, beim Lesen kreuzt. Ich fand diese Art des Erzählens sehr genial. Immer wieder hatte ich das Gefühl, durch Emmas Erleben der Polizei einen Tick voraus zu sein und wenige Seiten später glaubte ich weniger zu wissen als zuvor. Dadurch erhält das Buch noch eine zusätzliche Spannung, da mich die Autorin doch teilweise gehörig in die Irre führte. Die Geschichte an sich ist schon sehr spannend, aber mit diesem Verwirrspiel bekommt die Spannung noch mal mehr Tempo. Irgendwann dann, wurde das Verwirrspiel aufgelöst und ich, als Leser, wusste Bescheid, obwohl der Fall an sich noch nicht geklärt war. Dann konnte ich in Ruhe und gemütlich lesen, wie Peter und Hanne die Tat aufklären und die letztendliche Auflösung genießen. In der Buchklappe habe ich gelesen, dass der Roman in Hollywood verfilmt wird und das kann ich mir so richtig gut vorstellen. Das Buch hat wirklich das Zeug zu einem super Film. Mir hat der Roman total gut gefallen, der Schreibstil, die verschiedenen Perspektiven, die Protagonisten, die unterschiedlichen Zeitlinien, alles war stimmig und hat gut gepasst. Wenn es hiervon einen Band zwei und drei gegeben hätte, wäre ich wohl geradewegs in den Buchladen gegangen um sofort weiter zu lesen. :)