Leserstimme zu
Das geheimnisvolle Leben der Pilze

Die Rezension bezieht sich auf eine nicht mehr lieferbare Ausgabe.

Bunt, lebendig und total interessant

Von: brigitta
02.06.2017

Klappentext: "Pilze sind überall. Sie sind die wahren Herrscher der Welt!" Sie sind weder Pflanze noch Tier und leben meist im Verborgenen. Und dennoch: Ohne Pilze würde es unsere Wälder, unser Klima und vielleicht das Leben selbst nicht geben. Sie sind die Herren einer Welt voller atemberaubender Superlative, verblüffender Fakten, überraschender Partnerschaften und ungelöster Rätsel. Robert Hofrichter öffnet die Augen für das unsichtbare Öko-Universum, das sich unter unseren Füßen - und nicht nur dort! - erstreckt. ( Quelle: Gütersloher Verlagshaus ) Pilze? Hm ..... eigentlich habe ich nicht viel mit Pilzen zu tun, außer dass ich sie unheimlich gerne zu Bandnudeln esse und mich gelegentlich über fiese Schimmelpilze in meinem Innenbad ärgere. Allerdings hat es Robert Hofrichter geschafft mir einen ganz neuen Blick auf und für Pilze zu schenken. Es gibt eigentlich so gut wie keinen Themenbereich, der hier in dem Buch nicht besprochen wird und nach der Lektüre fühle ich mich schon wie eine kleine Expertin was Pilze betrifft, ihre Geschichte, die Botanik ( Botanik .... nein, hier gehören Pilze nicht so recht hin, habe ich in diesem Buch gelernt ;) ), die Verbreitung und und und ..... Alleine schon das Inhaltsverzeichnis ist so voll und lebendig, dass ich richtig Lust auf das Buch und auf Pilze bekam. Ich wusste vor dem Lesen tatsächlich nicht wie vielfältig und interessant Pilze sind. Alleine schon die Fortpflanzung ist eine Wissenschaft für sich und ich habe jetzt auch besser verstanden, warum man Schimmelpilze immer feucht entfernen soll ( wegen der herumfliegenden Sporen ) und warum ein Brot total verdorben sein kann, obwohl nur vorne ein minikleines Pünktchen Schimmeplpilz hat ( wegen den Myzelien, den sehr langen "Wurzelfäden" des Pilzes ). Aber natürlich beschäftigt sich das Buch nur nebenbei mit dem Schimmelpilz, denn es gibt so viele verschiedene und manchmal auch irgendwie verrückte Pilze, dass ich schon staunen musste. Neben wissenschaftlichen Fakten erzählt Robert Hofrichter auch über die kulturelle Symbiose zwischen Mensch und Pilz. Angefangen beim Mutterkorn, dass die Getreidebevorratung schon bei den Bronzemenschen schwierig machte bis hin zur Entwicklung der Antibiotika. Natürlich dürfen wir nicht vergessen, dass wir unser Bier ja auch einem Pilz verdanken, nämlich dem Hefepilz. Aber auch in den Tiefen der Ozeane werden Pilze gefunden und sogar Ötzi hatte zwei verschiedene Pilze bei sich: den Zunderschwamm zum Feuermachen und den Birkenporling, der gegen Magenbeschwerden hilft. Wenn man den vielen geschichtlichen Exkursen folgt, sieht man, dass der Mensch schon immer eng mit und von den Pilzen gelebt hat. Allerdings lernt man auch, dass der Pilz eben nicht nur ausschließlich ein Nutzorganismus für den Menschen ist, sondern das er fast ein eigenes Universum für sich darstellt. Robert Hofrichter schreibt so lebendig und amüsant, dass man die vielen Information vom Gefühl her einfach so nebenbei mitnimmt und ansonsten in die unglaublich bunte und vielfältige Welt der Pilze eintaucht. Für mich war es auf jeden Fall ein Buch, dass ich nur schwer wieder weglegen konnte und mich total gefesselt hatte. Aber nicht nur für mein eigenes Bücherregal eignet sich das Buch gut, ich finde es auch als Geschenkidee sehr schön. Ob für Papa oder Opa, oder für die Freundin die gerne im Wald unterwegs ist, ich glaube, ich werde das Buch auch wirklich öfter verschenken. Ansonsten werde ich die nächste Pilzpfanne schon bald genießen, doch werde ich den Pilzen darin mit etwas mehr Hochachtung begegnen ;)