Leserstimme zu
Mickey Bolitar ermittelt - Der schwarze Schmetterling

Packender und intelligenter Jugendthriller

Von: Tintenhain
19.06.2017

Harlan Coben zählt inzwischen zu meinen absoluten Lieblingsautoren, wenn es um packende Thriller geht. In der neu aufgelegten Jugendbuch-Reihe im cbt-Verlag geht es um Myron Bolitars Neffen Mickey. Ich war sehr gespannt, ob es Coben wohl gelingen würde, auch im Jugendbuch meine Begeisterung für seine Bücher weiter zu schüren. Um es vorweg zu nehmen, natürlich wurde ich nicht enttäuscht. Der Roman beginnt mit einem Spukhaus, in dem eine Hexe leben soll. Kaum jemand hat sie je gesehen und so bleibt sie ein Mysterium, mit dem man kleine Kinder erschreckt. Doch vielmehr noch erschreckt sie Mickey, dessen Vater bei einem Unfall ums Leben kam, als sie eines Tages die Tür öffnet und ihm hinterher ruft „Dein Vater ist nicht tot!“ Während Mickey, der seit dem Tod seines Vaters bei seinem ungeliebten Onkel wohnt, sich noch fragt, was das wohl zu bedeuten habe und wie er wieder Kontakt zur alten Hexe aufnehmen könnte, verschwindet seine Freundin Ashley. Mickey ist ein interessanter Charakter, der leidenschaftlich gern Basketball spielt und damit eher unwillig in die Fußstapfen seines Onkels tritt. Er kennt sich ein bisschen in Kampfsportarten aus, was durchaus von Vorteil sein kann. Der Junge, dessen Leben auf den Kopf gestellt wird und dessen Mutter sich gerade in einer Entziehungskur befindet, ist für sein Alter sehr reif und reflektiert. Geradezu beeindruckend ist es, wie cool er sich gegenüber den Mobbern der Schule verhält und sich ganz selbstverständlich mit den Losern an einen Tisch setzt. Sein neuer Freund Löffel nervt mit „Wissen, das die Welt nicht braucht“, ist aber unbedingt zuverlässig. Mit der dicken Ema verbindet Mickey bald mehr, eine solche gute Freundin hat er noch nie gehabt. Bei Ema kann er seine Schutzschilde herunterfahren und auch über Trauer und Ängste sprechen. Doch auch Ema hat offensichtlich etwas zu verbergen. Die Story ist packend und gleichzeitig weiß man, dass Mickey und seine Freunde einer starken Sache hinterher sind. Die Jugendlichen begeben sich in größere Gefahr als sie zunächst ahnen. Doch als ihnen klar wird, dass der Schmetterling, der immer wieder auftaucht, eine besondere Bedeutung hat, gibt es für sie kein Halten mehr. Merkwürdig war nur, dass der Schmetterling im Titel als schwarz, im Buch aber als bunt bezeichnet wird. Da musste ich doch gleich recherchieren, wie der „Tisiphone abeona“ in Wirklichkeit aussieht. Mickeys erster Fall ist ein packender Jugendthriller, der von der ersten Seite an fesselt und mit tollen Figuren, die nicht nur Helden sind, überzeugen kann. An Action und Geheimnissen wird nicht gespart, aber auch das „wahre Leben“ mit seinen traurigen Facetten wird nicht ausgeklammert. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich werde auf jeden Fall verfolgen, wie es weiter geht. „Der schwarze Schmetterling“ ist bereits unter anderen Titeln erschienen. © Tintenhain