Leserstimme zu
Federgrab

Die Rezension bezieht sich auf eine nicht mehr lieferbare Ausgabe.

Federgrab (Ein Fall für Kommissar Munch, Band 2) von Samuel Bjork

Von: Elena Rohleder
20.06.2017

Meine Empfehlung Nach "Engelskalt" geht es mit "Federgrab" spannend in der Kommissar-Munch-Reihe weiter. Holger Munch und Mia Krüger sind mir bereits bekannte Charaktere und sie ermitteln wieder in einem grausamen Mordfall. Die mysteriösen Vorfälle rund um den Mord und neuen Erkenntnisse dazu, lassen das Ermittlerteam staunen. Wer hätte gedacht, dass die bizarren Zusammenhänge, dann zu so einem Finale in diesem Fall führen würden. Schon wieder gibt es eine familiäre Verstrickung von Holger Munch, seine Tochter Miriam wurde zwar interessant in den Plot integriert, doch warum es ausgerechnet wieder seine Tochter sein musste, ist mir nicht ganz klar. Das immer wieder zur ihrer Perspektive gewechselt wird und es einem nicht bewusst ist, was Mirjams Geschichte mit dem Fall zu tun hat, wirkt sich negativ auf den Spannungsbogen aus. Mir hat es auch gar nicht gepasst, dass sie sich, nur weil es in ihrer Beziehung mit ihrem Mann nicht gerade gut läuft und es nicht mehr so funktioniert, wie sie es gerne hätte, sie dann einfach nach anderen Typen Ausschau hält. Solch eine Charakterschwäche respektiere ich grundsätzlich nicht. Aber das ist nur meine persönliche Meinung zu Miriam. Mia Krüger kommt immer noch nicht über die Geschehnisse mit ihrer toten Schwester hinweg. Sie ist neben der Spur, trinkt für meinen Geschmack zu viel Alkohol, schluckt zu viele Muntermacher und will ihre Vergangenheit einfach nicht loslassen. Wie kann ein so intelligenter Mensch wie sie, sich so an dem Erlebten festbeißen. Das ist doch kein Leben, was sie da führt! Der gewöhnungsbedürftige Schreibstil ist ja für mich nun nicht mehr neu, der Drama-King und Autor Samuel Bjork setzt seine Thriller Reihe gewohnt dramatisch fort. Teilweise trivial ausführliche, abgehackte Sätze und zu viele Handlungsstränge, mit vielen wichtigen darunter, die relativ abgeflacht abgehandelt werden. Ständige Wiederholung der Namen (Vor- und Nachname) sind mir wirklich ein Dorn im Auge, immer wieder und kurz hintereinander in ein und demselben Kapitel nerven und unterbrechen den Lesefluss. Aber das ist wie gesagt "nichts Neues", einen Schreibstil ändert schließlich keiner über Nacht. Eine gute Fortsetzung, aber ohne einen ersichtlichen Steigerungseffekt zum Vergleich. Beim ersten Teil wurde der Leser von einer Horrer-Schocker-Szene nach der anderen mit Spannung bei Laune gehalten. In "Federgrab" stellt man uns einen Mordfall vor und dann wird ermittelt und geredet, die Spannung plätschert derweil am Leser vorbei. Zu den Vorfällen möchte euch an dieser Stelle keine Details nennen, dafür finde ich die Kurzbeschreibung schon ausführlich genug. Nicht das ich euch noch den Drahtzieher verrate! Aber Eins sei gesagt; die Darstellung der irrationalen Persönlichkeiten, ist gut geglückt, dieser Teil hat mich beim Autor schon positiv überrascht. Und hier noch ein Spannungspluspunkt: Bis zum Schluss, erst als der Täter genannt wurde, bin ich nicht dahintergekommen. Nicht mal ein bisschen. Fazit - Bewertung: 4 Sterne Zusammenfassend hat mir der 2 Band „Federgrab“ wirklich gut gefallen. Der Fall war gut ausgearbeitet, hatte viele glaubwürdige Wendungen und nachvollziehbare Ermittlungen. Immer wieder wird die Geschichte von einem potenziellen Verdächtigen gezeigt oder auch die Vergangenheit des Mörders, ohne dabei zu voreilig zu verraten, wer der wahre Mörder ist. Ich bin der festen Überzeugung, dass ich zum Vorleser nichts weitersagen muss, denn jeder der meine Rezensionen bisher gelesen hat, weiß dass ich ein Fan von Dietmar Wunder bin.