Leserstimme zu
Die Fliederinsel

Eine Wahnsinnsgeschichte!

Von: zauberblume
22.06.2017

In ihrem neuesten Roman "Die Fliederinsel" - für mich ein absoluter Bestseller - entführt uns die Autorin in den hohen Norden nach Dänemark. Hier dürfen wir auf Fünen wunderschöne und hoch interessante Tage verbringen, die mich sehr nachdenklich gemacht haben. Die Geschichte: 2016 entdeckt Celia Brandes auf einem Foto ihres Großvaters ein Ferienhaus in Dänemark. Sie fühlt sich davon magsich angezogen und beschließt ihren Urlaub dort zu verbringen. Sie ist beeindruckt von dem schönen Häuschen und der traumhaften Landschaft. Zufällig entdeckt sie im Haus ein unglaubliches Fliederbild. Als sie ihrer Vermieterin davon erzählt, zieht es Inger den Boden unter den Füßen weg. Ist dies doch ein verschollenes Bild ihrer verstorbenen Mutter Ruth. Und dann beginnt Inger Celia ihre Lebensgeschichte zu erzählen. Und wir befinden uns auf einmal im Jahr 1943 wieder. Und was in dieser Zeit passiert ist, ist fast nicht in Worte zu fassen. Ich habe dieses Buch regelrecht verschlungen, so tief eingetaucht bin ich in die Geschichte von Inger und ihrer Mutter Ruth. Wenn ich die Augen schließe, sehe ich mich auf der Veranda des Ferienhäuschens auf Fünen und lausche der unglaublich Geschichte von Inger, die ihr nach 70 Jahren noch schwer zu schaffen macht. Doch irgendwie kommt jetzt Licht ins Dunkel. Ich sehe Ruth und ihren Mann Jakob, die ja als Juden aus Deutschland flüchten mußten, bei ihrer Ankunft in Dänemark. Wie sie sich bemüht haben, hier Fuß zu fassen. Diese traumhafte Natur habe ich vor meinen Augen, diese Ruhe und Zufriedenheit. Und dann dieses außergewöhnlichen Fliederbilder, die Ruth gemalt hat und mit denen sie sich einen Namen gemacht hat. Ich habe den Fliederduft jetzt noch in der Nase.Alles hätte so schön sein können. Doch das wärt nicht lange, denn die Judenverfolgen macht ja auch vor Dänemark nicht halt. Die Panik der Menschen ist ja förmlich zu spüren. Und wie muss Ruth das Herz geblutet haben, als sie ihre kleine Tochter zurückgelassen hat. Irgendwie ist ja zu verstehen, das Inger dieses Schicksal ihr ganzes Leben lang verfolgt hat. Da waren aber Erik und Svea, die sich liebvoll um die Kleine gekümmert haben. Und nach zwei Jahren als Ruth und Jakob wieder zurück nach Dänemark gekommen sind, kann ich mit Ruth mitfühlen. Irgendwie lief es mir kalt den Rücken hinunter. Ihre große Enttäuschung, die förmlich zu spüren war. Und dann Inger - wie muss sich dieses Kind gefühlt haben. Hin und hergerissen zwischen zwei Frauen. Eine schreckliche Zeit. Die Geschichte ist mir wirklich sehr nahe gegangen und hat mich bis in die Seele berührt. Hochinteressant fand ich auch die geschichtlichen Hintergründe. Obwohl ich auch schon einiges über die Judenverfolgung gelesen habe, war mir die Vertreibung der Juden aus Dänemark und ihre Aufnahme in Schweden nicht so bewusst. Wirklich alles hochinterssant. Und Menschenschicksale, die dem Leser heute noch Nahe gehen. Für mich ein absolutes Lesehighlight für unterhaltsame, aber auch nachdenkliche Lesestunden. Ich bin und war wieder einmal restlos begeistert. Das Cover ist auch ein echter Hingucker - einfach wunderschön. Selbstverständlich vergebe ich gerne 5 Sterne und freue mich schon jetzt auf das nächste Buch der Autorin.