Leserstimme zu
Die Fliederinsel

Berührend, spannend und unterhaltsam – ein toller Sommerroman mit historischem Hintergrund

Von: Leben. Lieben. Lachen. Lesen.
30.06.2017

Celia macht Urlaub in dem Haus in Dänemark, das sie auf einem alten Foto entdeckt hat. Im Haus findet sie ein wunderschönes Fliedergemälde. Ihre dänische Vermieterin Inger erzählt ihr daraufhin die Geschichte des Bildes und damit auch ihre eigene Familiengeschichte. Und die hat es in sich – Inger ist die Tochter deutsch-jüdischer Flüchtlinge, die in den 1930er-Jahren nach Dänemark flohen und hofften, Frieden zu finden. Doch dem sollte nicht so sein, denn der zweite Weltkrieg hat auch irgendwann schreckliche Folgen für die Juden in Dänemark… Sylvia Lott erzählt diese tolle Geschichte auf 544 Seiten auf zwei Zeitebenen und genau dieser Sprung zwischen den Jahrzehnten macht die Lektüre kurzweilig. Die Charaktere sind liebevoll ausgearbeitet, Ruth, Inger und Celia sind allesamt starke, bewundernswerte Frauen, mit denen ich gerne befreundet wäre. Die Geschichte ist spannend, wenn gelegentlich durch die Härte schwer zu ertragen. Ich wurde zuweilen selbst sauer über die Ungerechtigkeiten des Krieges, ungeduldig, weil nichts klappte und habe immer mitgefiebert, dass alles ein gutes Ende nimmt. Sylvia Lott hat ganz offenbar nicht nur die Umstände hervorragend recherchiert, sie hat es auch noch geschafft, eine emotional packende Handlung zu erzählen. Der Flieder zieht sich als roter Faden durch das Buch – für micht symbolisch für das Schöne, egal, wie hässlich alles drum herum ist. Ein absolut empfehlenswertes Buch für alle Fans von Geschichten mit historischem Hintergrund.