Leserstimme zu
Auf und davon

Meh.

Von: Sofia Ma
20.07.2017

Aufmachung: Das Cover gefällt mir sehr gut. Durch die warmen Farben erhält man direkt den Eindruck eines lauwarmen Sommerabends. Das Auto deutet auf einen Roadtrip hin; beides repräsentiert also gut den Inhalt des Buches. Ebenfalls positiv finde ich, dass man das Mädchen auf dem Cover nicht erkennen kann. Ich mag Bücher nicht, auf denen mich vorne irgendwelche Leute angucken. Die Kapitel sind alle kurz bis mittellang. Meine Meinung: Bei diesem Buch hatte ich auf einen schönen Sommer-Roadtrip-Roman gehofft - schließlich verspricht der Klappentext diesbezüglich einiges und auch das Cover ist so schön abendsommerlich. Meh. Direkt zu Beginn war mir die Protagonistin schon unsympathisch; ich konnte mich schlecht in sie hineinversetzen und ihre Handlungen nur schwer nachvollziehen. Sie nervt ziemlich, die meiste Zeit konnte ich die Geschichte nicht genießen, geschweige denn in ihr versinken, weil ich mich über das Mädchen nur aufgeregt habe. Das gleiche gilt für den Plot, wobei ich mir nicht einmal sicher bin, ob da überhaupt einer ist. Klar, dass man bei so einem Roadtrip nicht so die Geschichte a la Game of Thrones bilden kann, aber irgendein roter Faden sollte doch schon da sein, oder nicht? Es passiert also nicht wirklich viel, und auch die Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren ist nicht richtig greifbar, die Konflikte zwischen der Protagonistin und ihren Eltern fühlen sich gestellt an, ebenso wie jede andere Konversation zwischen ihr und jedem. Ich weiß nicht, ob das an der gar nicht ausgereiften Protagonistin liegt, oder daran, dass auch die Beziehungen genauso wenig entwickelt sind. Ab und zu hat man zwar ein paar schöne Stellen, an denen etwas Sommer-Feeling aufkommt, aber die kann man nur schwer genießen, da der langwierige Rest leider überwiegt. Man muss sich quasi überreden weiterzulesen, und hat gar nicht richtig Spaß am Buch. Es scheint also, dass entweder solche Sommer-Romane nicht so meins sind, oder das Buch ist tatsächlich so schlecht; gefallen hat es mir auf jeden Fall offensichtlich nicht. Auch das Ende ist eher unspektakulär und vorhersehbar; all das, was ich bis jetzt gesagt habe, wäre ja noch verzeihlich gewesen, wenn mich wenigstens das Ende umgehauen hätte, aber dem ist nicht so. Folglich war ich wirklich erleichtert, als ich das Buch beendet hatte; dass der Inhalt nicht sehr lange im Gedächtnis bleibt, zeigt noch einmal, wie nichtssagend der Plot wirklich ist. Wenn überhaupt, dann ist dieser Roman eine leichte Lektüre, wenn man nichts anderes zum Lesen hat. Fazit: "Meh." beschreibt meine Gefühle diesem Roman gegenüber also ganz gut. Kein Plot, flache Charaktere, unausgereifte Beziehungen, Langeweile - wenn man das sucht, ist man hier goldrichtig. Einzelne Stellen sind ganz nett, aber überwiegen den Rest leider nicht wirklich. 2/5 Lesehasen.