Leserstimme zu
Die Stunde der Schuld

Ein solides Hörbuch von Nora Roberts

Von: Marinas Bücherwelt
23.07.2017

Naomi Carsons Leben zerbricht in tausend Scherben als sie ihren Vater eines Nachts in den Wald folgt. Sie entdeckt, dass ihr Vater eine junge Frau gefangen hält und diese grausam misshandelt wurde. Sie verhilft der jungen Frau zur Flucht und bringt sie zur Polizei. Ihr Vater wird verhaftet und es stellt sich heraus, dass er schon jahrelang ein Doppelleben führte und zahlreiche Frauen gequält und ermordet hat. Naomi, ihr Bruder Mason und ihre Mutter finden Unterschlupf bei dem Bruder ihrer Mutter und dessen Lebensgefährten. Für Naomis Mutter wird alles zu viel und sie nimmt sich das Leben. Naomi und Mason bleiben bei ihren Onkeln und während Naomi ihre Liebe für die Fotografie entdeckt wird Mason ein FBI Agent. Einige Jahre später: Naomi führt ein Nomadenleben, sie zieht durchs ganze Land und arbeitet an einer Fotostrecke. Eines Tages entdeckt sie im kleinen Ort Sunrice Cove ein zauberhaftes Haus, in das sie sich sofort verliebt. Sie springt über ihren Schatten und kauft das Haus und will es restaurieren lassen. Sie findet rasch Freunde und lebt sich gut ein. Eines Tages lernt sie den Mechaniker Xander Keaton kennen, der nicht nur Autos repariert, sondern auch Mitglied einer Band ist. Sie fühlen sich beide voneinander angezogen, doch da taucht plötzlich die Leiche einer Frau auf und Naomi fürchtet, dass der Albtraum von neuem beginnt... Der Romane "Die Stunde der Schuld" von Nora Roberts verspricht eine spannende Mischung aus Liebe und der Suche nach einem gefährlichen Mörder. Im Laufe des Buches wird allerdings klar, dass eher die Liebesgeschichte in Vordergrund steht und der Thrill nur am Rande vorkommt. Mit Naomi hat die Autorin eine interessante Heldin geschaffen, die damit fertig werden muss die Tochter eines gefährlichen Monsters zu sein. An ihre Seite hat sie den smarten Xander gestellt, der zugleich stark ist, aber auch sehr einfühlsam auf Naomis Vergangenheit reagiert. Die Liebesgeschichte passt sehr gut zur Geschichte und entwickelt sich nur langsam und bedächtig. Nora Roberts lässt auch noch reichlich Platz für sehr liebenswerte Nebenfiguren, die die Geschichte gut abrunden. Allerdings verliert sich die Autorin in der Mitte des Buches zu sehr in Nebensächlichkeiten wie die Restaurierung des Hauses, dass es stellenweise etwas langatmig wird. Gegen Ende des Buches wird es dann wieder spannend und die Geschichte nimmt an Fahrt auf, allerdings wird der Schluss dann sehr schnell abgehandelt. Das Hörbuch wird von der bekannten Sprecherin Britta Steffenhagen gesprochen, die eine sehr angenehme Stimme hat und den Figuren gekonnt Leben einhaucht und ihnen eigenen Stimmen verleiht. Bei dem Hörbuch handelt es sich um eine gekürzte Lesung, doch man hat nicht das Gefühl sehr viel verpasst zu haben, im Gegenteil teilweise kommt in der Mitte des Hörbuchs etwas Langeweile auf. Abgesehen von dieser Kritik handelt es sich bei diesem Hörbuch wieder um ein solides Hörbuch von Nora Roberts mit einer interessanten und emotionalen Geschichte.