Leserstimme zu
Und Eva sprach ...

Die Rezension bezieht sich auf eine nicht mehr lieferbare Ausgabe.

Evi und die Männer

Von: Kerry aus Berlin
03.11.2014

Die 35-jährige Evi Blum könnte eigentlich rundherum zufrieden mit ihrem Leben sein. Sie ist seit fünf Jahren mit dem 40-jährigen Alexander, einem Programmierer und definitiv Mann ihres Lebens, zusammen, hat einen Job als Steuerfachangestellte, der sie ausfüllt und zwei kleine Probleme: sie wird partout nicht schwanger und Männer: wo sie auch geht und steht, überall begegnen ihr attraktive Männer und ehe sie es sich versieht, flirtet sie heftig mit ihnen. Das gipfelt darin, dass sie beinahe auf einer Betriebsfeier einen Seitensprung mit dem Bruder des Geschäftführers hat. Nach diesem Vorfall beschließt Evi wenigstens bezüglich des Männerproblems einen Therapeuten aufzusuchen, denn als Pastorentochter kann sie mit ihrem schlechten Gewissen so nicht umgehen und auch nicht mit dem Wissen, dass sich ohne Hilfe zukünftig nichts an der Situation "Männer" ändern würde. Evi entscheidet sich für eine Hypnosetherapie bei Dr. Schäfer. Doch irgendwas läuft bei der ersten Sitzung gewaltig schief - Evi wird zurückgeschickt, allerdings soweit zurück, dass sie im Paradies landet. Nun ja, das war wohl ein Schuss in den Ofen. Bleibt Evi nur noch die Flucht aus Hamburg. Zum Glück besitzt Alex ein altes Bauernhaus außerhalb Hamburgs, dort attraktiven Männern zu begegnen scheint ja eher unwahrscheinlich und so erfüllt sie Alex seinen Wunsch und gibt ihre Zustimmung zum Umzug nach Heven. Tja, aber auch Heven lauert mit Versuchungen, zum Beispiel in Form des Nachbarn. Es nützt alles nichts, Evi muss die Therapie bei Dr. Schäfer wieder aufnehmen, sonst wird sie irgendwann noch etwas tun, was sie für den Rest ihres Lebens bedauern wird. Doch auch bei den weiteren Sitzungen landet sie immer wieder im Paradies und trifft dort auf Adam, Eva und Jesus. Als wäre das nicht alles kompliziert genug, nimmt von paradiesischer Seite erst noch das Chaos seinen Lauf ... Evi und die Männer! Der Plot wurde abwechslungsreich und humorvoll erarbeitet. Besonders gut hat mir hier gefallen, dass immer wieder äußerst passende Bibelverse in den Text eingeflossen sind, die die jeweiligen Situationen immer sehr gut unterstrichen haben. Die Figuren wurden facettenreich erarbeitet, wobei ich mich allerdings nicht unbedingt in Evi hineinversetzen konnte, denn dass eine Frau in der heutigen Zeit solche Gewissensbisse hat, nur weil sie anderen Männern hinterher schaut, scheint mir doch etwas abwegig zu sein. Hingegen empfand ich die Nebenfigur des Jesus ausgesprochen entzückend erarbeitet, denn so wie dieser hier erschaffen wurde, so hätte ich ihn mir im Leben nicht vorstellt. Auf jeden Fall war er mir die sympathischste aller Nebencharaktere. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm zu lesen, sodass sich das Buch förmlich wie von selbst gelesen hat.