Leserstimme zu
Und Eva sprach ...

Die Rezension bezieht sich auf eine nicht mehr lieferbare Ausgabe.

Adam, Eva und die neunbeinige Schlange Rudi

Von: Carmen Vicari aus Dossenheim
06.11.2014

Evi und Alexander sind das Traumpaar schlechthin. Zu ihrem Glück fehlt ihnen nur noch eins - ein Baby. Seit Jahren versuchen beide alles, um endlich ans Ziel ihrer Wünsche zu kommen. Evi drängt zwischenzeitlich sogar schon auf Sex nach Plan, um endlich schwanger zu werden. Dabei bleiben allerdings die Liebe und Spontanität auf der Strecke. Obwohl Evi Alexander liebt, kann sie ihre Augen nicht von anderen schönen Männern lassen und kommt es, dass Evi sich bei einer Betriebsfeier knutschend mit dem Bruder ihres Chefs in einem Aufzug wiederfindet. Evi schämt sich für ihr Verhalten und sieht keinen anderen Ausweg, als ihr Problem mit einem Psychologen zu diskutieren. Der hypnotisiert Evi und schickt sie ganz unbewusst ins Paradies, wo sie auf Adam, Eva, Jesus, Gott und einer sehr seltsamen Schlange namens Rudi begegnet. Evi ist als Steuerfachangestellte eine eher unauffällige Person, wäre da nicht ihr unerfüllter Kinderwunsch und ihre Fixierung auf das andere Geschlecht. Sie ergreift sogar regelrecht die Flucht, nachdem sie mit dem Bruder ihres Chefs geknutscht hat, und zieht gemeinsam mit Alexander in das Haus seiner Großmutter nach Heven. Neben dieser Welt, in der für Evi alles chaotisch und verwirrend verläuft, sie mehr als einmal kurz vor dem Verzweifeln steht, öffnet sich für sie noch eine ganz andere Welt. Durch die Hypnose taucht sie in eine biblische Welt ein und lernt dort nicht nur Adam und Eva kennen, sondern auch Gott, Jesus und eine 9-beinige Schlange namens Rudi. In dieser Welt lernt Evi sich zu entspannen und das Leben mit ganz anderen Augen und aus einer neuen Perspektive zu sehen. Was sie zunächst erschrickt, wird ihr bald zu einem wichtigen Part in ihrem Leben. Gerade diese Szenen sind sehr nachdenklich, zeitgleich aber auch unterhaltsam. Man möchte Evi helfen, sie manchmal in den Hinter treten oder ihr einfach nur einen Lösungsweg aufzeigen. Die Geschichte spielt in zwei Welten, wie sich unterschiedlicher nicht sein könnten. Der Schreibstil von Jana Voosen ist wieder sehr flüssig und mitreißend. Die Thematik gewagt und dennoch interessant umgesetzt. Wieso sollte es nicht mal eine 9-beinige Schlange namens Rudi gegeben haben? Alles ist möglich, vor allem in Evis Unterbewusstsein.