Leserstimme zu
Into the Water - Traue keinem. Auch nicht dir selbst.

Besser als erwartet!

Von: hellomybook
20.08.2017

In keinem Buchhandel ist man um dieses Buch herumgekommen. Überall wurde groß angeprangert: „Der neue Spannungsroman der Nr.1-Bestsellerautorin von The Girl On The Train!“ Und dann kamen die ersten Blogger-Reaktionen zu dieser Neuerscheinung: langweilig, dahinplätschernd wie der Fluss, in dem es in diesem Buch geht, belanglos. Schlecht. Ich habe mich dieses Buches bemächtigt, meine Erwartungshaltung drastisch heruntergeschraubt, mit der Warnung im Hinterkopf, dass es sich hier eher um ein Familiendrama handelt als ein Roman mit Thriller-Elementen, wie man nach dem Klappentext hätte erwarten können. Und was ich letztendlich von diesem neuen Spannungsroman der Nr.1-Bestsellerautorin von The Girl On The Train halte, erfahrt ihr in der folgenden Rezension. Der Leser wird ohne große Hintergrundinformationen in das Szenario geworfen, um das einmal bildlich auszudrücken. Was erst für große Irritation sorgte, machte später große Freude: zu beobachten, wie sich die verschiedenen Geschichtenstränge langsam miteinander verweben und verbinden, bis sie auch für den Leser ein vollständiges Bild ergeben. Und das tun sie, denn glücklicherweise bleiben nach dem Roman keine großen Fragen mehr offen. Das Buch ist geprägt von einer sehr ruhigen Erzählweise, die die stimmige, beklemmende Atmosphäre gelungen untermalt. Die Autorin präsentiert uns zahlreiche, plastische Charaktere, die einem im Laufe des Romans beinahe vertraut werden, sodass man zunehmend das Gefühl bekommt, sich auf bekanntem Terrain zu bewegen. Herauszuheben ist meiner Meinung nach auch, dass mit unterschiedlichen Figuren auch unterschiedliche Schreibstils an den Tag gelegt werden, was ich bemerkenswert finde und einen gelungenen Effekt hervorruft. Nachteil an dieser Schreibweise ist, dass das Buch keine wirklichen Höhepunkte aufzuweisen vermag, was beim Lesen nicht sonderlich negativ auffällt, lässt man das Buch aber einige Tage auf sich wirken, so hat es durch diesen stetigen Fluss keine Substanz, da es keine hervorstechenden und sich ins Gedächtnis grabende Elemente gibt. Der Roman kommt also sehr unscheinbar daher, aber wenn man tatsächlich von Beginn an von einem Familien-, oder besser gesagt Dorfdrama ausgeht, kann man mit „Into The Water“ gut beraten sein, da das geboten wird, was man erwartet. Der Roman ist zwar nicht tatsächlich fesselnd, aber gelungene Unterhaltung bietet er allemal. Und den fast durchweg negativen Rezensionen schließe ich mich hiermit nicht an. „Into The Water“ ist also ein Roman, der ein gelungenes Szenario in den Raum wirft und es für den Leser spannend ist, zu beobachten, wie die verschiedenen Charaktere mit der Situation umgehen, und wie sich die verschiedenen Geschichtenstränge miteinander verbinden. Da mich das Buch nach den negativen Meinungen im Vorfeld dann doch positiv überraschen konnte, löse ich das Dilemma, bei welchem ich zwischen drei und vier Sternen bei der Gesamtwertung schwanke, zugunsten des Buches, dem neuen Spannungsroman der Nr.1-Bestsellerautorin von The Girl On The Train.