Leserstimme zu
Und niemand soll dich finden

Ganz unterhaltsame Geschichte

Von: Tanja Hammer
22.08.2017

Sprecherin Michou Friesz hat eine Stimme, die zur Story passt. Stellenweise erinnert sie in Sprachmelodie und Klang an Katharina Thalbach. Die Leserin moduliert ihre Stimme, trägt durch die Geschichte. Eine gute Wahl bei der Vertonung dieses gekürzten Hörbuches, das immer noch gute sechs Stunden dauert. Ein großes Konglomerat an Figuren kommt auf den Hörer zu, z. B. Amanda Pierce als die Braut und Vermisste, die Journalistin Moran samt ihrem Sohn, ihren Freund Alex, ihrem liebenswerten Vater und ihrem getöteten Mann, die Praktikantin des Hochzeitsfotografen, die Freundin der Braut, Fernsehteam, Freunde, etc. Das Thema der Braut, die kurz vor der Hochzeit verschwindet, ist nicht neu und Mittelpunkt zahlreicher Romane und Krimis. Diese Kombination ist natürlich nicht die ideale Voraussetzung für einen spannenden Thriller. Da müsste dann etwas wirklich spektakuläres, überraschende passieren. Das sieht der Plot nicht vor. Die Suche der TV Journalistin Laurie Moran fünf Jahre nach dem Verschwinden der reichen, jungen Amanda Pierce ist eine durchaus nette Geschichte, ob man sie jetzt tatsächlich als Thriller bezeichnen muss, ist fraglich. Die Dramaturgie bietet einige Höhen und auch das Ende ist tendenziell überraschend. Die gefühlte Distanz der Protagonisten zueinander wirkt etwas emotionslos. Positiv zu vermerken ist, dass auf Gewaltszenen und „Blutexzesse“ verzichtet wurde. Es scheint wohl der dritte Band um die Figur Moran zu sein. Ich konnte der Story sehr gut folgen, auch ohne die ersten beiden Bände zu kennen.