Leserstimme zu
Die Gärten von Istanbul

Mord an historischen Schauplätzen

Von: 282k aus Villingen-Schwenningen
23.09.2017

Der Istanbuler Kriminalbeamte Nevzat wird zusammen mit seinen Kollegen Zeynep und Ali zu einem Mordschauplatz gerufen. Das Opfer, Professor für Kunstgeschichte, liegt vor dem Atatürk-Denkmal, in seiner Hand eine antike byzantinische Münze. Nevzat steht vor einem Rätsel. War das Opfer im illegalen Kunsthandel tätig ? Doch es tauchen kurz hintereinander weitere Leichen an historischen Stätten auf, jeweils mit einer Münze aus historisch bedeutsamer Zeit in der Hand. Zwei Theorien scheinen ein Motiv für die Morde zu erklären. Alle Opfer hatten mit der Bebauung Istanbuls zu tun. Dabei wurden und werden historische Denkmäler zerstört. Ein Verein versucht, dies zu verhindern und prangert die Verantwortlichen an. Kommt der Mörder aus diesen Reihen ? Oder hat der Bauunternehmer unliebsame Mitwisser seiner Machenschaften beseitigt und versucht es, seinen Gegnern in die Schuhe zu schieben ? Denkbar wäre auch, dass die Täter aus religiösen Kreisen kommen. Als Nevzat die Zusammenhänge erkennt, gerät seine Welt aus den Fugen. Ich gebe zu, ich habe mich in dieses Buch verliebt. Es ist ein spannender Krimi. Man fiebert mit den Ermittlern mit, auch wenn manche Ermittlungsmethoden in unseren Augen ungewöhnlich sind. Man hat Teil an den Überlegungen, entwickelt Theorien und verwirft sie wieder. Aber dieses Buch ist mehr als ein Krimi. Es nimmt einem mit auf eine Reise durch die Geschichte Istanbuls. Ich habe ganz nebenbei viel Hintergrundwissen zu wichtigen historischen Istanbuler Bauwerken bekommen, ohne dass es langweilig war oder aufgesetzt wirkte. Und nicht zuletzt erfährt man etwas über die türkische Seele, wenn sich Nevzat mit seinen beiden Freunden trifft. Man isst, singt, rezitiert Gedichte und hängt seinen Erinnerungen nach. Das Zusammenspiel der verschiedenen Aspekte ergibt ein harmonisches Ganzes, das spannend ist und in der Seele berührt.