Leserstimme zu
Ashland & Vine

Genial

Von: HEIDIZ
03.10.2017

John Burnside hatte ich bisher noch nicht gelesen. Ich werde ihn zur Buchmesse in Frankfurt erleben und hatte mir gedacht: "Im Vorfeld, musst du wenigstens ein Buch von ihm gelesen haben." Gesagt - getan - ich habe mich für das aktuelle entschieden und möchte euch davon berichten, wie es mir gefallen hat. Die Vereinigten Staaten von Amerika sind Thema in dem Buch mit dem Titel "Ashland & Vine". Es geht um Kate, die ein Alkoholproblem hat. Ihr Vater ist verstorben, seitdem trinkt sie zu viel. Jean Louise kommt ins Spiel, die beiden lernen sich während eines Filmprojekts kennen. Jean Louise erzählt Kate ihr Leben, nur so lange, wie diese nicht trinkt. Eine Geschichte sozusagen aus 1001 Nacht - vom Mord an ihrem Vater, den man 1935 erschossen hat. Rassismus ist ein Thema, politische Belange Amerikas, die Mc Carthy-Ära, Bürgerrechtsbewegung ..... Kalter Krieg .... Die beiden Frauen unterhalten sich und wir hören sozusagen mit - und in gewissem Sinne ist es auch ein Verarbeiten dieser Zeiten. Das Buch geht in die Tiefe, in die Tiefe dieser brisanten Zeiten, in ein vergangenes Amerika - liest sich spannend aufreibend, emotional und glaubwürdig. Man fühlt sich involviert, als würde man den beiden zuhören - dabei sein und nicht "nur" lesen. Leseprobe: ======== Da ich mich besser fühlte, glaube ich, ich bräuchte nur mit dem Trinken aufzuhören, mich eine Weile zu verkriechen und könnte dann in eine Welt zurückkehren, die nicht nur eine Geschichte war - vorgetragen von einer alten Frau, deren Motive, diese Geschichte zu erzählen und dies ausgerechnet mir, ich kein bisschen besser verstand als zu Beginn. ... Das Buch ist mit einem edlen Lesebändchen versehen. Der Stil des Autors ist ein ganz besonderer, der sich für meine Begriffe sehr gut lesen lässt, lebendig ist und fast schon poetisch lyrisch. Gefällt mir rundherum ausgesprochen gut.