Leserstimme zu
Das Orchideenhaus

Fesselnde Geschichte über die Liebe und Familiengeheimnisse

Von: Conny G.
16.11.2017

Julia Forrester hat einen schlimmen Schicksalsschlag erlitten und deshalb Frankreich verlassen. Sie kehrte zurück in ihre Heimat England in die Nähe ihrer Schwester und verkriecht sich in ihrer Trauer. In der Nähe befindet sich das Anwesen Wharton Park, wo Julias Großvater früher als Gärtner und Orchideenzüchter beschäftigt war und Julia als Kind viel Zeit verbrachte. Also dort aufgrund des bevorstehenden Verkaufs des Anwesens eine Versteigerung stattfindet, kehrt Julia nach vielen Jahren zurück nach Wharton Park. Der aktuelle Besitzer Kit Crawford erkennt Julia wieder und händigt Julia ein altes Tagebuch aus, von dem er denkt, dass es Julias Großvater gehört haben könnte. Das Tagebuch wirft für Julia viele Fragen auf, so dass ihr eigentlich nur ihre Großmutter Elsie helfen kann, die Geheimnisse aufzudecken. Durch das Tagebuch und die Erzählungen der Großmutter führt Lucinda Riley ihre Leser auf die 2. Zeitebene der Geschichte. Wir landen weit in der Vergangenheit zur Zeit des 2. Weltkrieges und die Reise führt von England bis nach Thailand. Wir lernen frühere Generationen der Familie Crawford auf Wharton Park kennen und natürlich Julias Großeltern Elsie und Bill. Ausführlich erzählt die Autorin die Familiengeschichte der Crawfords und die Verbindung von Harry, dem Sohn des Hauses, zu Bill dem Gärtner. Stück für Stück offenbart sich ein lang gehütetes Familiengeheimnis dessen Auswirkungen bis in die Gegenwart reichen. Aber auch in der Gegenwart muss Julia mit Ereignissen und Neuigkeiten zurechtkommen, die ihr Leben erneut auf den Kopf stellen. Ich war regelrecht geschockt und konnte kaum fassen, was Julia da ertragen muss. Lucinda Riley verknüpft beide Zeitebenen sehr gekonnt miteinander. Sie erzählt die Ereignisse der Vergangenheit, die durch die Kriegszeit öfter mal etwas traurig oder gar dramatisch sind, sehr einfühlsam. Besonders der Teil, der in Thailand spielt gefiel mir gut, da es ihr gelingt, die besondere Atmosphäre und die Schauplätze dort, sehr anschaulich darzustellen. Auf beiden Zeitebenen finden sich liebenswerte Protagonisten, die ich schnell ins Herz geschlossen und ihre Schicksale gebannt verfolgt habe. Wie komplex aber die gesamte Geschichte ist sowie alle Zusammenhänge und deren Folgen erkennt man tatsächlich erst am Ende. Und bis dahin hat mich der gut durchdachte Plot gefesselt und viele unterschiedliche Emotionen haben mich bewegt und berührt. Die Geschichte der Crawfords und von Wharton Park verbindet die Vergangenheit mit der Gegenwart und auch zwei Liebesgeschichten und ist ein sehr unterhaltsames Wohlfühlbuch. Liebhaber von Geschichten über Familiengeheimnisse werden dieses Buch sicher genau so sehr genießen wie ich! Fazit: 5 von 5 Sternen