Leserstimme zu
Junktown

Nicht schlecht, aber auch nicht sehr gut

Von: Sandra
19.11.2017

Wieder einer dieser Romane, in die man sich erst hineinlesen muss, aber dann auf einen interessanten Krimi stößt, der man mitunter nicht als leichte Kost betiteln kann. Ich zumindest tat mich an Anfang sehr schwer, denn man wird in die Story hinein geworfen und erhält nicht gerade die Fülle an Informationen die man sich vielleicht in einer Dystopischen / Science Fiction Welt erhofft und benötigt. In Junktown steht die Politik und die Revolution und Abschottung der alten Welt im Vordergrund. Drogen sind legal und stehen jedem zur Verfügung, ja sie werden schon mindestens genauso eingenommen wie das tägliche Essen und müssen sogar konsumiert werden, denn wer nicht die vorgegebenen Dosis erreicht, wird fast schon als Staatsfeind angesehen. Ebenso leben intelligente Maschinen neben den Menschen und werden in den Alltag integriert und gelten als Mitglied der Gesellschaft, so kann es auch vorkommen, das Menschen und Maschinen Beziehungen eingehen die in dieser Welt als vollkommen Normal angesehen werden. Zugegeben, für mich war es eher seltsam und gewöhnungsbedürftig, wenn man dennoch die ersten Seiten hinter sich hat wird es interessanter und man bekommt einen guten Krimi vorgesetzt, der eine komplexe Handlung und ebenso ein interessantes Setting zeigt. Allerlei Fremdbegriffe machen das Lesen etwas schwierig. Obwohl mir Junktown gefallen, konnte ich mich nicht wirklich in die vorhandene Charakter hineinversetzen. Ich war so gesehen nur ein stummer Zuschauer der das ganze Treiben distanziert beobachtet hat. Ich weiß selbst nicht woran es lag, aber trotz der Tatsache dass ich es faszinierend fand, Inspektor Solomon Cain zu folgen und den Mordfall an einer Brutmutter aufzuklären, macht es dieses Buch mir nicht gerade leicht. Zum einen fand ich es an vielen Stellen packend und die Atmosphäre gut, an einigen wiederum uninteressant und ausschweifend. Es ist originell, der Plot spannungsreich, trotzdem geben politische Intrigen und Machtspielchen den Takt an und das ist nichts für mich. Kann sein, dass es einige mögen, aber ich gehöre nicht dazu. Man sieht, es gibt sowohl negative als auch positive Aspekte. Dennoch ein großes Manko ist in diesem Buch das fehlende Hintergrundwissen, wieso es zu diesem und jenem kam und weshalb plötzlich Drogen als legal gelten (Das hab ich bisher immer noch nicht so ganz herausgefunden und werde es auch dabei belassen). Ein guter Kriminalroman mit einen außergewöhnlichen Setting, ein verwinkelter und verzwickter Fall der Aufgelöst werden will und ein Ende, dass man fast schon erahnen kann.