Leserstimme zu
Das Geheimnis des alten Mönches

Eine grandiose Anthologie!

Von: Krisi-WurmsuchtBuch
22.11.2017

Wörter sind machtvoll, das erfahren Leser jeden Tag. Buchstaben können bewegen, erstaunen oder auch zerstören. In einigen Genres wird ihnen größere Aufmerksamkeit zuteil, als in anderen, wenn ich zum Beispiel an Lyrik denke. Doch was wir häufig nicht als Literatur bezeichnen, da sie in der Gesellschaft eher abgewertet werden, sind die Märchen, Fabeln und Sagen, die die Menschheit schon seit vielen Jahrhunderten begleiten. Umso glücklicher war ich, als ich Jan-Philipp Sandkers Anthologie fand und mich auf eine Reise begeben durfte… Geschichten aus vergangenen Zeiten sind für mich, als Geschichtsstudentin, Gold wert. In „Das Geheimnis des alten Mönches“ sind die Märchen und Fabeln Burmas als Anthologie aufbereitet und in ihrer Vielfalt zu erkunden. Gerade die unterschiedlichen Kulturen kristallisieren sich in jeder einzelnen Überlieferung heraus und für Menschen, welche mit den westlich geprägten Geschichten, zum Beispiel den Märchen der Gebrüder Grimms, aufgewachsen sind, werden einen großen Unterschied in der Darstellungsweise und Denkweise der antagonistischen Kulturen erkennen. Darin liegt die wahre Kraft dieser Anthologie – sie lässt uns an einer fremden Kultur teilhaben und dies Mithilfe von Literatur! Natürlich ist es schwierig, eine Anthologie angemessen zu rezensieren, gerade wenn es um niedergeschriebene Erzählungen geht, die vermehrt und über lange Zeit mündlich weitergegeben wurden. Doch in dieser Anthologie herrscht nicht nur durch die grandiose Aufbereitung und Ordnung der Geschichten Harmonie, sondern besonders durch deren Diversität und Unterhaltungswert. In manchen steckt eine Lehre, in manchen der große Einfluss der Mythologie auf eine Gesellschaft und in anderen die wahre Passion für das Leben und Lieben.