Leserstimme zu
Abschied in Prag

Eine unvergessliche Liebe

Von: Arietta aus Traben-Trarbach
28.12.2017

Meine Meinung: Zur Autorin: Alyson Richman, hat eine sehr bewegende und berührende Geschichte geschrieben, die mein Herz sehr berührt und mich erschüttert hat. Ein sehr tiefgründiger Roman, der von der dunkelsten Epoche seit Menschengedenken erzählt. Es geht um die Verfolgung und Vernichtung der Juden, von der sie mit viel Feinfühligkeit und Fingerspitzengefühl erzählt, ein emotionsgeladener Roman. Ihr Schreibstil ist sehr klar, kraftvoll und mitreißend, es ist wie ein Sog, dem man sich beim Lesen nicht mehr entziehen kann. Man versinkt beim Lesen in der Geschichte, wird eins mit den Protagonisten und leidet mit ihnen mit. Alles ist so bildhaft erzählt, dass alles wie ein Film im Kopf abläuft. Ihre einzelnen Figuren sind so real und glaubhaft beschrieben, dass sie wie aus Fleisch und Blut wirken. Auch die Charaktere der einzelnen Personen und ihre Emotionen sind sehr gut herausgearbeitet, sodass man das Gefühl hatte, in ihre Seelen zu blicken. Eine traurige, facettenreiche und doch wundervolle Liebesgeschichte, in leisen Tönen erzählt. Sehr schön hat sie das Ganze, das auf zwei Ebenen spielt, miteinander verwoben. Besonderes das Geschehen aus der Sicht von Lenka war dramatisch, Josef Geschichte dagegen war ruhiger erzählt und nicht ganz so aufwühlend. Zum Inhalt: Wunderschön hat sie die zarten Liebesbande zwischen Josef und Lenka in den 1930er Jahren in Prag erzählt. Lenka, die Kunst studiert, und durch ihre beste Freundin deren Bruder, der Arzt wird, kennenlernt. Eine Liebe die sehr tief ist und schließlich in einer Ehe endet. Da beide dem jüdischen Glauben angehören, wird das Leben immer schwerer für sie im Land, ihnen und ihren Familien bleibt nur die Flucht. Josefs Familie hat Verwandte in Amerika und besorgt Visa, aber für Lenkas Familie gibt es keine. Schweren Herzens bleibt Lenka bei ihrer Familie zurück, sie möchte sie nicht im Stich lassen. Josef bricht mit seiner Familie auf, das Schiff sinkt und Josef überlebt wie durch ein Wunder, wird aber irrtümlich für Tod erklärt. Eine Welt zerbricht für Lenka, dann übernehmen die Nazis auch Prag, und Lenka wird mit ihrer Familie nach Theresienstadt deportiert. Das Leben dort ist gnadenlos hart und unmenschlich. Hunger, Elend und Tod sind immer anwesend. Ich habe Lenka für ihre Kraft und ihr Durchhaltevermögen bewundert. Auch für ihren Mut, verbotene Dinge zu tun, um auf die Zustände im Lager in der Welt aufmerksam zu machen. Diese Zustände dort sind so erschreckend und realistisch beschrieben, dass ich Gänsehaut hatte beim Lesen und mir die Tränen kamen. Später landen sie und ihre Familie, alle sind nur noch Haut und Knochen, in Auschwitz, dort entkommt sie nur knapp dem Tod. Mit ihrem amerikanischen Retter geht sie nach Amerika, ohne zu ahnen, dass dort Josef als Arzt praktiziert. Den beide halten den jeweils anderen für tot. Aber in ihren Herzen lieben sie sich immer noch, sie können einander nicht vergessen. Wie es das Schicksal so will stehen sich beide in New York gegenüber ...