Leserstimme zu
Belgravia. Zeit des Schicksals

Figurenkabinett...

Von: Diane Jordan
11.01.2018

Zeit des Schicksals Diane Jordan Der Spiegel Klassiker „Belgravia“ – Zeit des Schicksals ist ein großartiger Roman des Schriftstellers Julian Fellowes. Die Story ist spannend, soviel sei vorab verraten und spielt in England um 1841. Die Protagonisten sind mir leider etwas unsympathisch, dieses Gefühl kenne ich sonst nicht und finde es etwas überraschend. Aber es geht um ein Familiendrama, dass unter die Haut geht und mitreißend geschildert wird, dass wiederum finde ich klasse. Meiner Vorliebe für historische Themen mit einem Schuss Fiktion wird also wieder genüge getan. Und das ist auch gut so. „Belgravia“ öffnet die Augen und zeigt die sozialen Diskrepanzen der damaligen Zeit auf. Stellenweise lässt sich die Story aber auch gut in die heutige Zeit versetzen, wie ich finde, denn so etwas gibt es auch heute noch. Lügen, Intrigen und die Macht des Geldes sind allgegenwärtig, aber auch die Sitten und Gebräuche der damaligen Zeit. Gebannt lese ich Seite um Seite. Lasse mich auf die Story ein und begebe mich gedanklich an die historischen Orte und mache eine interne Zeitreise. Ein wenig erinnert mich das Ganze an das Haus am Eaton Place. Eine erfolgreiche TV Serie aus meiner Jugend. Londoner Familien und deren Dienstboten... Grins, was da alles in den vornehmen Gemäuern passierte. Und Julian Fellowes gelingt es scheinbar mühelos, ebenso pikante und amüsante Episoden und Einblicke zu schildern und den Leser in den Bann zu ziehen, bei mir hat es zumindest geklappt. Ich bilde mir ein, die Klassengesellschaft und deren Kampf förmlich zu spüren, so sehr geht es unter die Haut. Den ganzen Roman durchzieht eine herbe Kritik an der Oberschicht, aber auch Standesdünkel und Vorurteile kommen nicht zu knapp. Ich bin hin- und hergerissen. Denn teilweise ist mir das „too much“. Aber wie bei den meisten meiner Bücher liebe, leide und lebe ich die geschilderten Dinge mit und kombiniere und rätsele, wie „dunkel“ das Familiengeheimnis ist und was es für die Familie für Auswirkungen haben mag. Das Familiendrama zieht mich immer weiter in den Bann. Aber unterdessen bin ich froh im „hier“ und „jetzt“ zu leben und nicht im viktorianischen Zeitalter. Hach, gut wenn man die Zeitreise wie ich unbeschadet übersteht und den Buchdeckel beim Beenden der Seiten schließen kann. Aber lest bitte selber ;-) und lasst euch auf diesen tollen Roman ein. Inhalt: Belgravia« – mit seinem neuen Roman setzt der Schöpfer der Erfolgsserie »Downton Abbey« Julian Fellowes dem nobelsten Londoner Stadtteil ein großartiges Denkmal. Dabei entführt er seine Leser mitten ins 19. Jahrhundert, wo alter Hochadel, neureiche Unternehmer und korrupte Dienstboten aufeinandertreffen und die Liebe sich den Standesgrenzen widersetzt … Überaus spannend lässt Julian Fellowes in »Belgravia« eine versunkene Welt lebendig werden. Der Autor: Julian Fellowes wurde 1949 in Ägypten geboren, wuchs in England auf und studierte in Cambridge. Er ist Schauspieler und preisgekrönter Autor von Romanen, Drehbüchern und Theaterstücken; für »Gosford Park« wurde er mit einem Oscar ausgezeichnet, die Serie »Downton Abbey« hat ihn weltweit berühmt gemacht. Auch seine Romane »Snobs«, »Eine Klasse für sich« und »Belgravia« haben die englische Gesellschaft zum Thema. 2009 wurde er in den Adelsstand erhoben. Julian Alexander Kitchener-Fellowes, Baron Fellowes of West Stafford, lebt mit seiner Frau Emma im Südwesten der englischen Grafschaft Dorset. Weitere Bücher: Snobs, Eine Klasse für sich, Downton Abbey Fazit: 4**** für dieses geniale Taschenbuch.