Leserstimme zu
Die Entdeckung des Glücks

Glücklich sein kann man lernen, weshalb also nicht auch im Beruf?

Von: Bröselchen
13.01.2018

„Die Entdeckung des Glücks“ ist ein Ratgeber, der im September 2017 im Mosaik Verlag (Verlagsgruppe Randomhouse) erschien. In diesem Buch widmet sich Autorin Isabell Prophet der primären Frage „Bist du glücklich? Auch in deinem Job?“ und weshalb es vielen so schwerfällt, darauf eine eindeutige Antwort zu geben. Wer meine Rezensionen schon eine Zeit lang verfolgt der weiß, wie sehr ich Ratgeber liebe. Besonders interessant sind natürlich die, von denen ich hoffe, neue Erkenntnisse mitnehmen zu können oder – schlimmstenfalls – zumindest bestätigt bekomme, was ich eh schon wusste. Mit „Die Entdeckung des Glücks“ geht Isabell Prophet einerseits auf den Bereich Arbeit und zum anderen auf die Themen Achtsamkeit sowie Dankbarkeit ein, was gar nicht so weit auseinanderdriftet wie vielleicht angenommen. Schnell wird klar, dass einen für Frustphasen im Job gut geholfen werden kann: wenn man sich selbst mal am Kragen packt. Das gelingt der jungen Autorin ganz charmant, immer fundiert anhand neurowissenschaftlicher Kenntnisse und Beispielen aus der Praxis, ohne dass man sich fühlt, als hätte man gerade den schwarzen Peter bekommen. Einige Strategien zur nachhaltigen Persönlichkeitsentwicklung und zum achtsamen Wohlbefinden waren mir bereits bekannt, ein Dankbarkeitstagebuch untermauert sie aber beispielsweise sehr deutlich. Was man sonst gerne mit einem „Ja, kann ich ja mal machen“ abwinkt, erhält mit der wissenschaftlichen Untermalung einen eindrucksvolleren Charakter. Und das bleibt im Kopf. Selbstverständlich gibt es auch Arbeitsplätze, bei denen die negativen Punkte und die Fremdbestimmung überwiegt und somit auch die Eigeninitiative erfolglos bleibt. Für einen potenziellen Wechsel des Arbeitsplatzes oder gar einen Branchenwechsel, bietet Isabell Prophet daher ebenfalls Anhaltspunkte und Ratschläge. Das empfand ich – wie das komplette Buch – als optimistisch, jedoch auch realistisch dargelegt. Besonders zugesagt haben mir die Fallbeispiele der Irrtümer, mit denen sich jeder gerne mal einredet, dass dieses oder jenes doch besser wäre, wenn … Wie sehr würde doch eine Gehaltserhöhung glücklich machen? Und wie lange? Und vor allem: wie sehr, wenn die Kollegen 50€ mehr erhalten würden. Na? Glücklich sein kann man lernen, weshalb also nicht auch im Beruf? Diesen Titel zu lesen bringt auf unterhaltsame Weise nicht nur belegte Erkenntnisse mit sich, sondern auch Verständnis für eingefahrene Denkmuster, an denen man etwas ändern kann. Ich empfinde „Die Entdeckung des Glücks“ als kleinen Augenöffner für alle, die sich am unsicheren Scheideweg der Arbeitswelt sehen.