Leserstimme zu
Die Hexenholzkrone (Teil 1)

Sehr überzeugend

Von: Happy Booktime
21.01.2018

„Die Hexenholz Krone Teil 1“ ist die Fortsetzung der erfolgreichen Osten Ard Saga von Tad Williams und spielt ca. dreißig Jahre, eher etwas mehr, nach dem Band „Das Herz der verlorenen Dinge“. Es gibt einen neuen König in Osten Ard. Hochkönig Simon der mit seiner Frau Miriamel über das weite Land herrscht. Es ist Frieden im Land, die Nornen haben sich in ihre letzte Festung, den Berg Nakkiga, zurückgezogen und bis auf sporadische Sichtungen leben die Rimmersleute unbehelligt. Der Hochkönig und sein Gefolge sind auf dem Weg nach Elvritshalla um dem im Sterben liegenden Herzog Isgrimnur noch einmal zu sehen. Den legendären Herzog Isgrimnur, der Osten Ard gegen die Nornen verteidigte und in den Berg trieb, wo sie sich seither nicht mehr hinaus wagen. Mit dabei ihr Throngefolge so wie ihr Enkel, der Thronerbe Osten Ards, Prinz Morgan. Morgan, dessen Vater jung verstarb, treibt sich stets in Wirtshäusern herum wo er sich mit seinen Freunden Ritter Astrian, Ritter Olveris und Ritter Porto, der Held der Schlacht um Nakkiga, seiner Lieblingsbeschäftigung hingibt: dem Trinken. Morgan der nur widerwillig auf die Reise ging sträubt sich gegen alles was seine Großeltern für angebrachtes Verhalten eines Thronfolger erachten. Was schon ein gewisses Konfliktpotential birgt und seinen Großeltern mehr Geduld abverlangt als sie aufbringen können. Es beginnt eine Reise voller Konflikte zwischen Alt und Jung, zwischen Wissen um die Vergangenheit und Ahnungen für die Zukunft. Irgendwas ist in der Luft, es brodelt leise in der Ferne, im Norden, im Berg. Auch die Hikeda´ya sind nicht untätig. Die Nornen sitzen im Berg Nakkiga, in den sie im Krieg getrieben wurden. Ihre letzte Zuflucht: die Wiege ihrer Zukunft oder das Grabmal ihrer Art. Viyeki, Großmeister der Bauleute, hat eine Tochter mit einer sterblichen Sklavin. Diese Halbblüter wurden als notwendiges Übel erachtet da sie den Fortbestand der Hikeda´ya sicher sollen - vornehmlich als Soldaten. Sie haben Hikeda´ya-Eigenschaften sind jedoch im Gegensatz zu den reinblütigen Nachkommen mit menschlichen Empfindungen ausgestattet die ein Zeichen von Schwäche und Unvollkommenheit sind. Die Liebe Viyekis zu seiner Sklavin bringt ihn kurzerhand in Bedrängnis und das nicht nur bei seiner Frau Khimabu. Die Königin Aller ist aus dem Keta yi´indra erwacht und kann trotz ihrer Schwäche nicht glauben, was ihr Volk in ihrem Namen für törichte Taten verübte und sich darauf ausruhte existent zu sein. Sie sinnt auf Rache für die Gefallenen, koste es was es wollte. Sie herrscht mit eiserner Hand und wilder, hasserfüllter Entschlossenheit um die Menschenlande mit Blut zu tränken. Die Hand der Königin wird entsannt um ihr Gegenstände vom größten Wert zu besorgen. Nezeru, die dem Orden der Opfermutigen angehört, ist Teil dieser Mission und wird sich zum ersten Mal in ihrem Leben ihrer menschlichen Seite bewusst. Sie zieht mit den Mitgliedern der Hand unter Anführer Makho durch die Menschenlande um zu einem weit entfernten Ort zu gelangen, wo sie finden wollen was die Königin ihnen auftrug. Als sie auf die Karawane um Hochkönig Simon treffen, der sich auf dem Rückweg von Elvritshalla nach Erchester, dem Königssitz, befindet ist beiden Seiten eines klar: es steht ein Krieg bevor. Die Geschichte beginnt wie schon „Das Herz der Verlorenen Dinge“ unvermittelt in der Mitte,um kurz darauf einen Zeitsprung in die Vergangenheit zu machen und die Geschehnisse von Anfang an zu beleuchten. Orte und Handlungen werden kaum merklich gewechselt, es sei denn ein neues Kapitel beginnt. Diese werden angesagt. Somit ist man manchmal ein wenig verwirrt, wenn wieder ein neuer Name auftaucht und man diesen nicht ins vorangegangene Geschehen einordnen kann. Man kann die Geschichte allerdings auch gut ohne Vorkenntnisse hören. Ich selber kenne die ersten Bände der Osten Ard Saga nicht und bin erst mit „Das Herz der Verlorenen Dinge“ eingestiegen. Einige der Protagonisten kannte ich daher schon. Sie werden aber alle in den Kontext gerückt, so das man sich keine Sorgen machen muss das irgendeine Person unbeleuchtet bleibt. Es wird auch vieles von dem Krieg der In „Das Herz der Verlorenen Dinge“ tobt wiederholt und erzählt. Gut, das ist dann nicht ganz so interessant da man den Zusammenhang schon kennt aber so ist es auch möglich das Hörbuch zu verstehen ohne vorherige Bände zu kennen. Die Charaktere bauen sich langsam auf. Man erfährt zu Anfang einen groben Umriss, der nicht all zu viel verrät. Im Geschehen kommen dann immer mehr Details hinzu. Vorher nur flüchtig erwähnte Personen schieben sich dann zeitweise in die Haupthandlung und bekommen einen neuen Platz in der Geschichte. So bleibt es spannend, da man kaum abschätzen kann wie es sich entwickeln wird. Das ist auch die größte Stärke des Hörbuchs es lebt von seinen Charakteren. Da es sich um den ersten Teil eines Zweiteilers handelt, passiert teils recht wenig was die Geschichte voran bringt, wird aber durch die Dialoge und Handlungen der interagierenden Personen soweit mitgenommen das es nicht langweilig wird. „Die Hexenholzkrone 1“ endet mit einem Cliffhanger der seines Gleichen sucht. Mitten im spannendsten Moment, in der größtmöglichen Erwartungshaltung ist Schluss. Was einen ziemlich aufregt aber zugleich extrem neugierig auf den nächsten Teil macht. Das Hörbuch ist Fantasy-typisch. Ein bisschen Ritter und Burgen, Menschen und Fabelwesen und allerlei merkwürdige Kreaturen von Riesen bis Zwergen. Es klingt alles sehr vertraut ohne jedoch klischeehaft zu sein. Das Osten Ard Universum ist letztlich halt doch eine eigene Welt in die man abtaucht. Die Schauplätze sind gut dargestellt und man hat immer direkt ein Bild des Ortes vor Augen ohne das man direkt einen Vergleich zu verfilmten Fantasyromanen herstellen könnte. Ein weiteres großes Plus der Hörbuches ist der Sprecher. Andreas Fröhlich schafft es auch in diesem Tad Williams Band mich voll zu überzeugen. Ich finde seine Stimme überaus angenehm. Auch wenn es sich hier und da nur um Nuancen handeln dürfte kann man die Personen anhand seiner Aussprache und sprachlichen Feinheiten auseinander halten. Das ist eine für mich -wenn man mal die Charakterdichte des Buches bedenkt- großartige Leistung. Er schafft es die Handlung mit Leben zu füllen. Es gibt nichts schlimmeres bei einem Hörbuch als wenn einem der Sprecher nicht zusagt. Aus diesem Grund musste ich auch schon nach kurzer Zeit Hörbücher abbrechen, weil Stimmen nicht ertragbar waren oder nicht zur Stimmung der Handlung passten. Diese Befürchtung braucht man hier nicht zu haben. Qualitativ sind „Das Herz der Verlorenen Dinge“ und „Die Hexenholzkrone“ erste Klasse. Fazit Mir hat „Die Hexenholzkrone Teil1“ sehr gefallen. Ich bin erst „Mit das Herz der Verlorenen Dinge“ in die Welt Osten Ard eingestiegen jedoch kann ich mich ihr nicht mehr entziehen. Die Geschichten sind für mich eine der besten Fantasyreihen die geschrieben wurden und die als Hörbuch einfach mitreißen, was nicht zuletzt ein Verdienst von Andreas Fröhlich als Sprecher ist. Diese Kombination ist genau die Richtige. Ich kann dieses Hörbuch nur jedem empfehlen der auf Fantasy abfährt und sich aus dem Alltag in eine andere Welt flüchten möchte. Genug Zeit hat man bei den knapp 23 Stunden Spieldauer auf jeden Fall.