Leserstimme zu
Verfolgung

Kommt leider nicht an die Millenium-Trilogie heran

Von: Lasszeilensprechen
24.01.2018

Lisbeth Salander sitzt im Frauengefängnis Flodberga eine Haftstrafe ab. Dort hat Benito Andersson das Sagen, bis Lisbeth dazwischen geht, weil eine Insassin von Benito aufs Äußerste schikaniert wird. Währenddessen untersucht Holger Palmgren Unterlagen, die auf Defizite im Verhalten der Behörden gegenüber Lisbeth hinweisen. Lisbeth bittet ihren alten Freund Mikael Blomkvist, ihr bei der Recherche zu helfen. Die Spuren führen zu einem wohlhabenden Finanzanalysten, den das gleiche Schicksal ereilt hat. So muss nicht nur die Vergangenheit umgegraben, sondern auch Benito auf Abstand gehalten werden. „Verfolgung“ ist der zweite Band aus der Feder von Lagercrantz. Der 5. Teil der Millenium Reihe lässt sich in zwei Erzählstränge aufteilen: In dem einen geht es um Lisbeths Kindheit und die Genanalyse bei Zwillingen. Der zweite Strang thematisiert den radikalen Teil des Islams. Was im vierten Band noch wie eine gute Fortsetzung Stieg Larsson’s aussah, erinnert in diesem Buch leider nur noch wenig an die ursprüngliche Millenium Reihe. Natürlich sind Lisbeth, Mikael Blomquist und einige andere bekannte Namen enthalten, aber die Charaktere sind sehr farblos. Ihnen sind zwar die charakteristischen Eigenschaften gegeben worden – Lisbeth, der Computerfreak, der ohne Rücksicht auf Verluste agiert, oder Mikael, den Enthüllungsjournalisten, der die Wahrheit mit jedem Mittel an die Oberfläche bringen möchte – aber ansonsten sind es eigentlich nur Namen und weniger die altbeliebten Personen. Der Fall selbst ist ganz ok, leider dauert er sehr lange bis es wirklich spannend wird, und so ziehen einige Seiten ins Land, die eigentlich nicht hätten sein müssen. Beide Stränge sind eher oberflächlich behandelt worden, sodass einige Beweggründe grau oder zweifelhaft bleiben. Leider konnte mich das Buch nicht so sehr fassen, wie die ersten Teile der Millenium Trilogie oder auch die Lagercrantz Fortsetzung. Ich vergebe drei Sterne für einen nicht schlechten, aber auch nicht überzeugenden fünften Band.