Leserstimme zu
Dan-Sha-Ri: Überflüssiges loswerden, das Leben aufräumen

Die Rezension bezieht sich auf eine nicht mehr lieferbare Ausgabe.

locker, witzig und fundiert geschrieben; viele Fallbeispiele und Bilder machen die Umsetzung so einfach

Von: huckleberryfriendz
10.02.2018

Hideko Yamashita, Japans bekannte Aufräumexpertin, gibt seit vielen Jahren Kurse, in denen sie ihre auf Begriffen und Sichtweisen des Yoga basierenden DAN-SHA-RI vermittelt. DAN steht für den Verzicht auf Sachen, die wir nicht (auf)brauchen können, SHA für das Entsorgen ( Wegwerfen, Verschenken, Verkaufen, Zurückgeben) und RI dafür, die beiden Vorangegangenen zu erlernen und zu verinnerlichen. Ich habe schon mehrere Aufräumratgeber gelesen, meist waren es Tipps mit drei oder vier Aufräumkisten, sortiert nach unterschiedlichsten Gesichtspunkten. Der Erfolg war nie besonders groß, denn grundlegend wurde nichts verändert. Dieser Ratgeber wirkt da ganz anders: Die Autorin vertritt die Meinung, dass es keinen Sinn macht, Gerümpel aufzuräumen; man muß Überflüssiges entsorgen und hat dann genug Platz in den Schränken um alles leicht und locker zu verstauen. Die erste Stufe besteht darin, wirklichen Müll zu entsorgen, also Dinge wegzuwerfen ohne zu sortieren. Im nächsten Schritt, werden alle Dinge, die man in der Gegenwart nicht braucht dorthin gebracht, wo sie gebraucht werden und bei Einkäufen hinterfragt, ob man diesen Gegenstand wirklich braucht. Hideko Yamashita hat ihre Methode so erfrischend, einfühlend und unglaublich motivierend geschrieben, was nicht zuletzt auch an ihren vielen Fallbeispielen liegt, in denen ich mich immer wieder erkannt habe und über mich selber lachen mußte. Sie beschreibt Zustände mit Bildern, die man als Leser sehr leicht verinnerlichen kann und sie so aus einem selber hilfreich bei der Umsetzung dieser Methode zur Hand hat. Für mich waren viele neue Sichtweisen, auf Dinge, die ich später noch benutzen, geschenkt bekommen habe oder, die ich zu wertvoll zum entsorgen fand dabei und endlich schaffe ich es, auch solche „Schätze“ loszulassen. Wenn auch vielleicht die Sicht, dass der Zustand einer Wohnung die Probleme der Menschen, die darin leben, aufzeigt, nicht vollkommen neu ist, so hat Hikedo Yamashita mir dennoch in vielem die Augen geöffnet. Besonders spannend waren für mich unter anderem ihre Ausführungen zum Selbstbild, das man auch an den alltäglich benutzten Gegenständen, z.B. Gläser oder Geschirr, im Vergleich zu denen, die verwendet werden, wenn Besuch da ist, auslebt und sich selber mehr wertschätzt, wenn man die einfache Version fortgibt und selber immer die edlere nutzt. Zudem habe ich auch eher zu denen gehört, die sich für neue Ordnungssysteme interessiert haben, statt nur die schönsten Dinge für den täglichen Gebrauch zu behalten und diese problemlos in den vorhandenen Schränken übersichtlich und ordentlich zu verräumen. Ich denke, jeder kennt das sich einfach zuviel im Laufe der Jahre ansammelt. Dieser Ratgeber hilft zu erkennen, was von allem Vorhandenen wirklich für einen da ist und, was man einfach loslassen muß ( und mit dieser Methode auch kann) um ein leichteres Umfeld und Leben zu haben. Von diesem Aufräumratgeber bin ich völlig begeistert, denn es ist der erste, der wirklich nachhaltig etwas verändert hat – in meinem Kopf und in meiner Wohnung und deshalb muß ich ihn einfach wärmstens weiterempfehlen.