Leserstimme zu
Unsere verlorenen Herzen

Unsere verloren Herzen

Von: Lauraszeilen
18.02.2018

Inhalt: Kann es mehr als eine große Liebe geben? Der 17-jährige Henry war noch nie verliebt. Kein Herzklopfen, keine Schlaflosigkeit, keine großen Gefühle. Bis seine neue Mitschülerin Grace vor ihm steht: in schlabbrige Jungsklamotten gehüllt, mit einem kaputten Bein und einer kaputten Seele. Ihre Zerbrechlichkeit macht sie in Henrys Augen nur noch schöner. Aber Grace lässt Henry kaum an sich heran – bis sie ihn eines Tages völlig unvermittelt küsst. Henry wagt es, zu hoffen. Doch irgendein ungreifbares Geheimnis scheint zwischen ihnen zu stehen... Meine Gedanken zum Buch: „Unsere Verlorenen Herzen“ habe ich bereits vor fast zwei Wochen beendet und noch immer fällt es mir schwer die richtigen Worte für diese Geschichte, die mich mit großem Herzschmerz zurückgelassen hat, zu finden. Trotzdem werde ich nun versuchen meine Gedanken und Gefühle zu diesem Buch für euch aufzuschreiben. Zu Beginn des Buches habe ich eine lockere und süße Liebesgeschichte erwartet, doch letztendlich habe ich eine tiefgehende sowie herzzerreißende Geschichte bekommen, mit der ich so nicht gerechnet habe. In dem Jugendroman von Krystal Sutherland begleiten wir den 17-jährigen, schlaksigen Henry, der noch nie richtig verliebt war und sich frägt was alle anderen daran so toll finden. Doch dann trifft er Grace, die neu auf der Schule ist und so ganz anders als alle anderen Mädchen ist. Sie humpelt, trägt Jugsklamotten und sieht immer ungepflegt aus. Sie scheint großes Leid mit sich herumzutragen und lässt niemanden an sich heran, jedoch kann Henry Grace einfach nicht vergessen. „Ich liebe dich, wie man gewisse dunkle Dinge liebt, heimlich, zwischen Schatten und Seele“ – S. 16 Henry war mir von der ersten bis zur letzten Seite total sympathisch und ich habe regelrecht mit ihm mitgelitten. Ein wirklich toller Protagonist – endlich mal ein komplettes Buch aus der Sicht des Jungens – der super gut ausgearbeitet wurde. Der Humor von ihm hat mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht und ich habe mich dadurch sehr unterhalten gefühlt. Auch mit seinen Interessen und Gedanken konnte ich mich gut identifizieren. Grace hingegen wollte ich zwischendurch einfach nur durchschütteln und sie fragen was überhaupt mit ihr los ist. Warum sie so sprunghaft ist und sie Henry so behandelt, der ein solch herzensguter Mensch ist. Doch je näher man sie kennengelernt und über sie erfahren hat, desto mehr konnte ich sie verstehen. Denn wie verarbeitet man eine so große Trauer? Was bleibt einem danach? Auch alle Nebencharaktere hat die Autorin wahnsinnig gut ausgearbeitet, sodass man am liebsten noch mehr über jeden Einzelnen erfahren möchte. Eine top Charaktergestaltung, die mich komplett überzeugen konnte! Die Sprache in dem Buch ist einfach gehalten, hat jedoch trotzdem sehr viel Tiefgang geboten, was mich letztendlich vom Schreibstil der Autorin überzeugen konnte. Anfangs war ich der Geschichte gegenüber etwas kritisch gegenübergestanden, doch der Schreibstil sowie die Tatsache, dass das Buch aus der männlichen Sicht geschrieben ist, hat mich neugierig gemacht und mich zum Weiterlesen animiert. Und es hat sich gelohnt! Denn bei „Unsere verlorenen Herzen“ handelt es sich nicht um ein simples Jugendbuch mit einer kitschigen Liebesgeschichte, sondern hier bekommt der Leser eine unglaublich herzzerreißende Geschichte um die erste Liebe mit tiefgehenden und philosophischen Ansätzen, die mich während des Lesens immer wieder zum Nachdenken angeregt haben, geliefert. Die Gedanken des Lesers werden in Richtungen geleitet, die so viel Wahrheit und Schmerz in sich tragen und alleine deshalb sollte das Buch jeder lesen. Von diesem Buch kann meiner Meinung nach jeder etwas dazulernen. Die Geschichte der beiden hat mich so oft den Tränen nahegebracht und zum Ende hin erweicht sie wohl jeden noch so gefühlskalten Leser. „Weil mir nicht klar war, dass man sich in Menschen genauso verlieben kann wie in Songs. Auch wenn ihr Lied dir anfangs nichts sagt, verwandelt sich die unbekannte Melodie schon bald in eine Symphonie und dringt dir unter die Haut. Sie wird zu Hymne im Geflecht deiner Ader, zur Harmonie, eingestickt in das Gewebe deiner Seele.“ – S. 126 Auch die Gestaltung des Buches sowie die Titelwahl finde ich sehr gut getroffen und ist auf jeden Fall eine Erwähnung wert. Fazit: Ein sehr berührendes und tiefgehendes Buch, welches volle 5 von 5 Sterne verdient.