Leserstimme zu
Rache

kruder aber faszinierender Weltenbau - Schwächen in der Dynamik

Von: creepy creatures reviews
07.03.2018

Die Geschichte des Mädchens (das keinesfalls menschlich ist, denn Menschen scheint es in Reynolds Universum nicht zu geben) geht weiter: der Frachter, auf dem sie Dienst tut hat sich auf das Sammeln von alten Artekfaten spezialisiert. Damit ist er allerdings nicht der einzige, denn alle (!) Raumschiffe gleiten durchs All um Artefakte zu suchen. Nich etwa nur alte Schädel sondern auch Technologie, Wissen und eigentlich alles andere. Die Besatzungen finden diese Artefakte in sogenannten Blasen. Das sind Planeten, die sich nur für bestimmte Zeitabschnitte materalisieren und dann wieder verschwinden. Die Kunst ist es zu wissen wann eine Blase erscheint und wie lange sie bleibt. Auch diese Idee ist etwas abstrus und nun wird es doch langsam unglaubwürdig. Das tatsächlich jedes Raumschiff im Kosmos nur dieser Tätigkeit nachgeht verwundert doch sehr. Es gibt kein Transportschiffe, keine Forschungsschiffe oder schlichtweg Reisefähren - es gibt nur die Sammler. Reynolds nach wie vor faszinierender eigene Weltenbau geht noch weiter. Die Planeten sind in verschiedene Kategorien eingeteilt, auch die, auf denen Wesen leben. einige haben im Zentrum einen Verschlinger (es wird nicht erklärt, was das ist), andere sind spindelförmig. Das ganze könnte zu einem faszinierend neuartigen Romane führen, würde sich Reynolds nicht selbst ein Bein stellen. Denn bis man sich endlich und mühevoll in die Geschichte eingefunden hat dauert es. Und just dann lässt er die wichtigsten Protagonisten mit Ausnahme Arafuras sterben. Captain Rackmore, der bibliophile und überlegte Captain und seine Crew werden sämtlichst ausgelöscht. Die Geschichte geht zwar weiter, aber man muss sich noch mal neu in eine Geschichte einfinden, die Reynolds nicht gebraucht hätte. Er hätte sein Personal übernehmen können und die erste Geschichte weiter führen können - sie hat faszinierende Ansätze und würde auch über die immerhin 560 Seiten tragen. Nun wird allerdings klar warum das Buch "Rache" heißt, denn Arafuras einziges Ziel ist nun genau das: Rache nehmen an den Mördern ihrer Crew.