Leserstimme zu
Abschied in Prag

Gegen das Vergessen ...

Von: Diane Jordan
09.03.2018

Abschied in Prag Diane Jordan Brisant, hochaktuell und meiner Meinung nach, wichtiger denn je zu lesen.... Die Rede ist von meiner neusten Lektüre „Abschied in Prag“ von Alyson Richman. Nationalsozialismus, rassistische, politische Bewegung, der Weltkrieg, Hitler an sich schon harter, starker Tobak, das menschliche Leid dahinter unerträglich. Der Roman um ein Liebespaar, das Jahrzehnte getrennt wird, hat mich deshalb sehr beschäftigt und auch die ein oder andere Träne ist beim Lesen gekullert. So traurig, was aus falschen Ideologien und durch Diktatur entstehen kann. Gut recherchiert und fein in zwei parallele Zeit- und Erzählstränge verpackt, erfährt der Leser die dramatische Geschichte der Protagonisten Lenka und Josef. Ein Liebespaar jüdischer Abstammung, das im goldenen Prag lebt. Allerdings in den dreißiger Jahren und da ahnt man als Leser schon, dass das kein gutes Ende nehmen wird. Hilflos und traurig habe ich die Beiden Seite um Seite begleitet. Habe die Sicht auf die Dinge aus den verschiedenen Perspektiven betrachtet und oft den Kopf geschüttelt. Am liebsten wäre ich stellenweise in die Geschichte gehüpft und hätte die beiden gerettet. Die Atmosphäre war zeitweise so real und bedrückend. Ich konnte das Buch kaum aus den Händen legen, da es so spannend ist. Dieses Schicksal einfach erschütternd. So viel Leid und Hoffnungslosigkeit. Selten hat mich ein Roman so traurig und nachdenklich gemacht. Krieg, Flucht, Koffer packen, auseinander gerissen werden, Trennung, Tod was für entsetzliche Bilder, die da im Kopf entstehen. Der Autorin gelingt der Spagat, das „schwierige“ Thema überzeugend umzusetzen. Der Sprachstil ist bildhaft und in der Ich- Perspektive geschrieben. Meines Erachtens, dadurch sehr gelungen. Besonders schön gemacht, fand ich die Betrachtungsweise aus dem „Hier und Jetzt“ bis zurück in die „Vergangenheit“. Dieser Aufbau hat irgendwie etwas, was ich gerne immer wieder mal lese. Und natürlich ist dieses Buch daher mein Lesehighlight im Jahr 2018. Aber lest bitte selber ... Inhalt: Lenkas und Josefs Geschichte beginnt im Prag der 1930er Jahre. Kurz nach ihrer Heirat werden die jungen Liebenden beim Einmarsch der Deutschen auseinandergerissen. Josef emigriert, arbeitet als Arzt in New York, heiratet. Lenka entrinnt im Konzentrationslager dem Tod nur knapp und beginnt nach dem Krieg ein neues Leben in den USA. Obwohl sie glauben, einander nie wiederzusehen, vergessen sie ihre Liebe nie. Bis sie sich sechs Jahrzehnte später in New York zufällig begegnen… Die Autorin: Die amerikanische Bestsellerautorin Alyson Richman hat bereits mehrere Romane verfasst, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern auf Long Island, New York. Weitere Bücher: Der italienische Garten Fazit: 5***** für eine großartige Liebesgeschichte, die mich sehr berührt und traurig gestimmt hat. “Abschied in Prag“ ist im DIANA VERLAG erschienen. Das Buch hat 384 Seiten und kostet 10,99 Euro. Das Cover zeigt die in Sepiafarben gehaltene Karlsbrücke mit einem Paar im Hintergrund. Alles überlagernd und prägnant im Vordergrund stehend, der obere Teil eines roten Koffers. Ein Bild, das den Titel reflektiert und den wesentlichen Inhalt des Handlungsstrangs perfekt zusammenfasst. Nun muss der geneigte Leser nur noch in die Handlung eintauchen …