Leserstimme zu
This Love has no End

Die Rezension bezieht sich auf eine nicht mehr lieferbare Ausgabe.

This love has no end

Von: NessaMira
31.03.2018

Klappentext Als Parker in einer Luxushotellobby dem faszinierenden Mädchen Zelda begegnet und sie um ein obszön dickes Banknotenbündel erleichtert, ist es vorbei mit seiner Unsichtbarkeit. Denn eigentlich hat er die Kunst perfektioniert, niemandem aufzufallen. Doch die silberhaarige Zelda sieht ihm mitten ins Herz. Und so lässt Parker sich mit ihr auf eine hochriskante Wette ein. Die wird sie beide in einem atemberaubenden Wirbel durch die Nacht tragen, sie werden der Liebe begegnen, dem Glück über den Weg laufen, dem Tod ins Auge schauen und erkennen, was ihnen ihr Leben wert ist. Cover & Titel Das Cover ist in angenehmen dunkeln Blautönen gehalten. Zu sehen ist ein Pärchen, welches vermutlich Parker und Zelda darstellt. Die beiden sehen aus einer erhöhten Position auf eine Stadt hinunter. Den meisten Raum nimmt auf dem Bild allerdings der bewölkte Himmel ein. Ich finde, dass das Cover sehr gut zum Inhalt des Buches passt, da es zum Einen Vertrautheit, aber auch Sehnsucht und Freiheit ausdrückt. Der Titel ist in einer Art Leuchtschrift dargestellt, wie man sie von Hotelschildern kennt. Auch dies passt gut zur Geschichte, allerdings finde ich den Titel nicht sehr passend gewählt. Inhalt Der 17-jährige Parker hat nach dem Tod seines Vaters aufgehört, zu sprechen und weigert sich, an der ihm empfohlenen Sprachtherapie teilzunehmen. Auch für die Schule kann er keine Begeisterung mehr aufbringen und so verbringt er die Vormittage lieber in Hotels, um dort unaufmerksame Gäste zu bestehlen. Nachdem er einem jungen Mädchen einen riesigen Bündel Geldscheine entwendet hat, plagt ihn jedoch ein schlechtes Gewissen, da er plötzlich wieder ihr Gesicht vor Augen hat. Diese „perfekte Traurigkeit“. Er beschließt, ihr das Geld zurückzugeben und kommt mit dem Mädchen (Zelda) ins Gespräch. Da er nicht spricht und Zelda keine Gebärden beherrscht, kommuniziert er über Notizbücher mit ihr. Zelda offenbart ihm, dass sie bloß auf einen Anruf warte und dann ihr Leben beenden wolle, indem sie sich von der Golden Gate Bridge stürzt. Da sie ihr Geld dann nicht mehr benötige, würde sie es zuvor mit Parker ausgeben, sofern er ihr verspreche, sein Leben in den Griff zu bekommen und sich am College einzuschreiben. Meine Meinung Nach dem Klappentext und dem Titel hatte ich eine süße kleine New Adult Romanze erwartet, was hier jedoch nicht wirklich der Fall ist. Da ich in meiner Rezension ungern spoilern möchte, werde ich auf einzelne Punkte nicht genauer eingehen, sie aber trotzdem ansprechen. Erst einmal zu den Charakteren. Parker ist ein recht sympathischer Protagonist, dem man seine Handlungen durchaus abkauft. Er ist ein Teenager, der nicht so recht weiß, was er mit seinem Leben anfangen soll und wo er dazugehört. Auch das Verhältnis zu seiner Mutter wirkte wirklich authentisch. Mit Zelda hingegen wurde ich leider nicht wirklich warm. Sie möchte Parker belehren, wie lebenswert sein Leben ist und worauf es im Leben ankommt, möchte ihr eigenes aber selbst beenden. Womit wir zum nächsten Kritikpunkt kommen: Die Unsterblichkeit. Ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet, dass dieses Buch in irgendeiner Weise in Richtung Fantasy geht und war sehr überrascht, als Zelda Parker berichtet, sie sei im Jahr 1770 geboren worden. Ich mag Urban-Fantasy sehr, jedoch fand ich es in diesem Buch eher störend. Ich denke, dass es den Leser zum Miträtseln bewegen sollte, dass er sich in Parkers Rolle versetzt fühlt (Ist sie wirklich unsterblich oder lügt sie?), jedoch fand ich das Thema dafür zu flach aufgegriffen. Ich hätte mir gewünscht, dass mehr zum Hintergrund Zeldas Unsterblichkeit berichtet wird, auch wenn sie eventuell doch nur gelogen hat – ein von Zelda erfundener Hintergrund hätte es auch getan. Auf jeden Fall hätte für meinen Geschmack das Magie-Thema etwas stärker aufgegriffen werden können, wenn man es schon integriert. Als es auf das Ende des Buches zulief, habe ich gehofft, überrascht zu werden. Dies war leider nicht der Fall. Noch dazu kommt, dass ich das Ende, beziehungsweise Parkers Verhalten am Schluss wirklich unglaubwürdig fand. Auch wenn meine bisher angesprochenen Punkte eher negativ belastet sind, möchte ich das Buch hier keinesfalls mit meiner Rezension zerreißen. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, und auch die Idee, dem Leser einen Einblick in Parkers Notizbuch zu geben, indem seine Geschichten niedergeschrieben wurden, hat mir gut gefallen. Das Buch hält einige Schöne Botschaften parat, worauf es im Leben ankommt und dass man seine Zeit hier so gestalten soll, dass man mit sich selbst und seinem Leben zufrieden ist. Zitate „Und ich liebte,, wie all diese Tagebücher aufgereiht in einem einzigen Regalfach in meinem Zimmer aussahen. Das war mein Pfad durch die Zeit, dem man folgen konnte. Eine Spur aus Brotkrumen […] Ich hatte mich darin quasi selbst archiviert – in meinen ganz privaten Horkruxen.“ „Den Ausdruck ‘Zeit totschlagen‘ mochte ich schon immer. Als ob Zeit ein böser Drache sei, den man abschlachten müsse. Dabei stirbt Zeit, wie alles andere auf dieser Welt, ja leider eines natürlichen Todes, Jahr für Jahr, Stunde um Stunde, Sekunde für Sekunde. Es ist das reinste Zeitmassaker, das da permanent stattfindet.“