Leserstimme zu
Die Mitternachtsschwestern

Spannende, aber auch gefühlvolle Familiensaga - geprägt von Schmerz und Verlust.

Von: Hanne / Lesegenuss
02.04.2018

"Die Mitternachtsschwestern" eine Familiensaga über die drei Schwestern Hope, Faith und Charity. Die Handlung spielt zum einen im Jahr 2016, und in dem Zeitraum um 1976 bis 1996. Die Autorin arbeitet wechselweise mit den Zeitebenen. Vor den Kapiteln steht jeweils Name, Ort und Jahresangabe. Willow ist die Tochter von Charity, leidenschaftliche Taucherin und sie hofft, nunmehr im Ägäischen Meer vor Griechenland im Schiffswrack Antworten zu finden. Das Schiff hatte ihrem Vater gehört. Ihre Eltern waren hier ums Leben gekommen. Bei der Bergungsaktion findet sich eine kleine Tasche. Für Willow von großer persönlicher Bedeutung. In ihr findet sie in einem Seitenfach eine Halskette mit Anhänger, ein Halbkreis wie ein Symbol. Es sah aus wie zwei Buchstaben, ein C und ein N. C für Charity, so dachte sie, aber N? Ihr Vater hieß doch Dan. Von den drei Schwestern lebte nur noch Hope. Sie hatte Willow nach dem Tod der Eltern groß gezogen. Willow versucht nunmehr Licht in die Vergangenheit zu bringen. Auf Hilfe ihrer Tante kann sie nicht rechnen. Sie hatten sich nie besonders gut verstanden. Doch eine Einladung zu einer Fotoausstellung ist der Auslöser, wie eine Art Dominosteinreihe. Einmal den ersten Stein berührt, kommt er ins Rollen. Geschickt spinnt die Autorin hier ihre Geschichte der Vergangenheit, deren Auswirkungen sich bis hin in die Gegenwart ziehen. Zum einen erfährt der Leser die Geschichte der Schwestern, und dann wiederum Willow, die das Geheimnis - nicht nur der Kette, lösen will. Zuviel möchte ich nun aus der Geschichte nicht erzählen, kan aber sagen, dass sich Willow und Hope näher kommen, zusammenrücken. Erst zum Ende hin wird das Geheimnis um alles völlig gelüftet. Die Autorin versteht es mit den Worten zu spielen. Ein interessanter Prolog und die Autorin konnte mich bereits ab der ersten Seite an das Buch fesseln. Spannende Fragen, die sich im Laufe der Handlung aufbauen. Die Lösung ergibt sich Stück für Stück. Die Protagonisten haben ihre Schwächen und Stärken. Sie sind gut charakterisiert. Dadurch, dass die Autorin ihre Szenenwechsel passend platziert, werden immer neue Informationen preisgegeben. Der harmonische, fließend und bildhafte Schreibstil trägt zum weiteren Lesegenuss bei. Die Geschichte ist am Ende rundum abgeschlossen. Die Aufmachung des Buches ist wunderschön und wirkt schon geheimnisvoll. Das Haus auf den Klippen, das Meer, der Strand und vorn die Blüten - gesamt ein Hingucker - und passend zum Buch. "Die Mitternachtsschwestern" - eine außergewöhnliche, spannende aber auch gefühlvolle Familiensaga. Ein Familienschicksal - geprägt von Schmerz und Verlust.