Leserstimme zu
Per Anhalter durch die Galaxis

Experimentell und abgefahren

Von: Die VOR-Leser
03.04.2018

Morgens hatte Arthur noch ganz andere Probleme, denn sein Haus sollte abgerissen werden, um einer Umgehungsstraße Platz zu machen. Doch schon am Nachmittag befindet er sich auf einer abenteuerlichen Reise durch die Galaxis, zusammen mit seinem Freund Ford Prefect, denn die Erde wurde gesprengt um einer Hyperraum-Umgehungsstraße Platz zu machen. Ford ist Autor für den berühmten Reiseführer Per Anhalter durch die Galaxis und weiß genau, wie die beiden für nur 30 Atair-Dollar den Weltraum erkunden können. Dabei müssen sie miesgelaunten Vogonen und ihrer Dichtkunst entkommen und erfahren, welchen Zweck der Riesencomputer Erde eigentlich hatte. „Stress und nervöse Spannungen sind jetzt in allen Gegenden der Galaxis ernsthafte soziale Probleme, und damit diese Situation nicht noch weiter verschärft wird, sollen die folgenden Tatsachen schon im Voraus verraten werden: Der fragliche Planet ist tatsächlich das sagenhafte Magrathea. Der tödliche Raketenangriff, der in Kürze von einem uralten automatischen Verteidigungssystem ausgehen wird, hat lediglich zur Folge, dass drei Kaffeetassen und ein Mäusekäfig zu Bruch gehen, dass sich jemand eine Prellung am Oberarm zuzieht und dass zu unpassender Zeit und am unpassenden Ort ein Petunientopf und ein unschuldiger Pottwal entstehen und ganz plötzlich auch wieder hinscheiden müssen.“ Wer Douglas Adams nicht kennt, der hat echt etwas verpasst in seinem Leben. Besser kann ich es nicht beschreiben. Neben der Per Anhalter durch die Galaxis-Reihe hat er auch die Dirk-Gently Bücher (auf denen übrigens auch die Netflix-Serie basiert) und Folgen für die britische ScFi-Serie Doctor Who geschrieben. Seine Bücher sind sehr speziell und eigentlich nicht in Worte zu fassen. Wer eine spannende und kontinuierliche Story sucht, ist hier auf jeden Fall fehl am Platz. Douglas Adams überzeugt eher durch einen sehr humorvollen und satirischen Schreibstil und die Kunst, Dinge zu verknüpfen, die eigentlich nicht zur Handlung gehören. Es geht nicht um Höhepunkte und tiefe Charakter-Entwicklungen, sondern eher um seine wundervoll schrägen Geschichten und seine sehr persönlichen, wissenschaftlichen und lustigen Weltansichten. Es ist kein normales Buch, sondern eher ein Erlebnis, dass einen oft sehr verwirrt, aber auch mit vor Lachen schmerzendem Bauch zurücklässt. Außerdem sollte jeder das Buch einmal gelesen haben, da jedem im echten Leben hin und wieder Anspielungen auf das Buch begegnen werden. Allein schon die Antwort 42 wird in so vielen Zusammenhängen zitiert und ist vor allem in meinem Freundeskreis zu einem kompletten Running-Gag geworden. Wer also mal Lust auf etwas sehr Experimentelles und Abgefahrenes hat oder sich einfach wunderschön schrägen wissenschaftlichen Humors erfreuen möchte, sollte das Buch auf jeden Fall lesen. Kleine Anmerkung am Rande hierbei: Wer den Film aus 2005 gesehen hat, sollte sich davon nicht abschrecken lassen. Das Buch ist wirklich wesentlich besser als der Film. Imke Wellesen, 17 Jahre