Leserstimme zu
My Dear Sherlock - Weil es enden muss

Die Rezension bezieht sich auf eine nicht mehr lieferbare Ausgabe.

Sherlock und Moriarty im heutigen London

Von: Bunter Lesesessel
11.04.2018

Spoiler! Es handelt sich um den 3. Band der Reihe um den jungen Sherlock Holmes und Jamie Moriarty in der heutigen Zeit. Mori ist zu Beginn des Buches in Gefangenschaft ihrer Tante Alice. Sie könnte problemlos aus ihrem Käfig verschwinden, aber dafür müsste sie ihre Brüder zurücklassen. Die ganze Zeit habe ich darauf gewartet, dass Sherlock auftaucht, aber diesen Gefallen wollte mir die Autorin Heather Petty nicht machen. Die Geschichte zieht sich leider direkt zu Beginn schon sehr in die Länge. Man wartet und wartet, aber Mori bleibt gefangen. Als sie endlich fliehen kann, nimmt das Buch auch Spannung auf. Wie auch Teil 1& 2 konnte mir das Buch aber kein richtiges Lesevergnügen bereiten... Echte Sherlock Holmes Fans komme hier nämlich nicht auf ihre Kosten. Für mich persönlich ist John Watson immer ein ganz wichtiger Bestandteil der berühmten Fälle Holmes‘. In dieser Jugendbuchadaption spielt Watson leider nur eine unwesentliche Rolle. Komisch finde ich, dass einige bekannte Charaktere ihre von Arthur Conan Doyle zugedachte Rolle behalten durften, andere nicht. Mrs Hudson ist zum Beispiel nach wie vor die Haushälterin der Holmes‘. Mycroft und Sherlock haben aber eine ganz andere Beziehung zueinander als man sie kennt. Der Gedanke daran, dass sich zwischen (der hier weiblichen) Moriarty und Holmes eine Liebesgeschichte entwickelt, gefiel mir anfänglich ganz gut, aber irgendwie konnte mich die Umsetzung nicht sehr überzeugen. An vielen Stellen kam mir die Geschichte unrealistisch vor: (SPOILER!) Mal ehrlich, die 16-jährige Moriarty zieht los und ermordet 3 Polizisten? Alles in allem finde ich, hat die Autorin zumindest den Untertitel ganz bezeichnend ausgewählt, denn ich habe das Buch nur gelesen, „weil es enden musste“. Ich finde, man hätte mit einem statt drei Bänden wesentlich mehr Spannung erreichen können. Trotzdem ist der Schreibstil wieder sehr flüssig und ich habe das Buch schnell durchgelesen.