Leserstimme zu
Breakthrough

Forscher die mit Delphinen sprechen

Von: Tharos
15.04.2018

Auf dem Buch steht zwar vorne groß Science-Thriller – aber schon das Lesen des Klappentextes macht klar, dass es wohl nicht so richtig wissenschaftlich zugehen wird (hat man hier vielleicht ein „Fiction“ vergessen?). Auch stimmt der Klappentext nicht so ganz mit der eigentlichen Story überein – aber egal, widmen wir uns erst mal der Geschichte zu. Was Michael Grumley hier dem Leser präsentiert ist teilweise doch etwas zu viel des guten (Achtung: im folgenden kommen ein paar kleinere Spoiler). Während eines Manövers macht ein U-Boot der US-Marine plötzlich, laut GPS Daten, einen 15 Meilen „Hüpfer“. Da trotz unzähligen Überprüfungen kein Fehler in den Daten und Systemen festgestellt werden kann, entschließt man sich, die betroffene Meeresstelle mit einem weiteren U-Boot zu untersuchen. Leider geht auch dieses unter mysteriösen Umständen verloren. So weit ist das ganze ja noch glaubhaft… allerdings wird nun die Meeresbiologin Alison aus dem Hut gezaubert, die die Sprache der Delphine entschlüsselt hat und mit zwei Delphinen ihres Meeres-Aquariums kommunizieren kann. Da das Militär so etwas ja sofort mitbekommt, wird Alison überzeugt ihre Delphine zur Suche des vermissten UBoots zur Verfügung zu stellen. Wer denkt mehr als „sprechende“ Delphine kann ja nicht kommen, wird sich allerdings wundern – auch Außerirdische und gleich mehrere Atombomben dürfen später ihren Teil dazu beitragen, dass Breakthrough alles nur kein SCIENCE-Thriller ist. Das komplette Buch ist ziemlich auf Action gebürstet: Einfache, kurze Sätze, kurze Kapitel – es liest sich also ziemlich gut und schnell. Leider leiden aber auch die Charaktere des Buches an dieser Einfachheit – sie kommen nämlich nie über die üblichen Abziehbild-Klischees hinaus. Die meisten lassen sich ganz einfach in Gut/Böse einteilen: Die idealistische Forscherin, der skrupellose Militär usw. – viel tiefer geht Grumley in seinen Charakterisierungen eigentlich nicht. Breaktrough ist der erste Teil einer Trilogie, und das fällt leider beim Lesen (bzw. spätestens nachdem das Buch zu Ende ist) negativ auf. Einiges ergibt nämlich nicht so richtig Sinn und wird auch bis zum Ende des Buches nur unvollständig aufgeklärt. Ich gehe sehr davon aus, dass diese offenen Punkte in einem der folgenden Teile der Reihe wieder angepackt werden – ärgerlich finde ich solche offenen Stränge aber trotzdem. Alles in allem ein ziemlich flacher Science-Fiction-Thriller im typisch amerikanischem Stil, der mit „Science“ in meinen Augen so viel gemein hat wie die Bild-Zeitung mit seriösem Journalismus. Kann man sich als seichte Urlaubslektüre sicher geben – aber ein Must-Read auf keinen Fall.