Leserstimme zu
Die grüne Lüge

Wie gut recherchiert ist das Buch wirklich?

Von: Leserin
19.04.2018

In einem Rundumschlag mit erhobenem Zeigefinger krtisiert Kathrin Hartmann alle möglichen Formen des nachhaltigen Konsums. Die bösen Konzerne verführen die geblendeten KonsumentInnen. Das ist mir ehrlich gesagt zu schwarz-weiß! Was für ein Menschenbild legt die Autorin hier zugrunde? Eins von bequemen, unmündigen Menschen, die lieber mit gutem Gewisse einkaufen, als politischen Widerstand zu leisten. In meinem Umfeld beobachte ich etwas ganz anderes: Die Menschen machen sich Gedanken und reflektieren über Ihre eigene Verantwortung. Heute engagieren sie sich in einem Projekt oder einer Demo und zwischendrin gehen sie auch noch kurz einkaufen. Wer sagt denn, das jemand der/die ein nachhaltig gelabeltes Produkt kauft sofort konform mit der aktuellen Macht und Ressourcenverteilung ist? Ich kenne viele Menschen, die Produkte mit einem Label kaufen und tortzdem kritisch hinterfragen was diese Labels versprechen. Ja - es ist möglich - man kann einkaufen und trotzdem eine eigene kritische Haltung dazu haben! Nachhlatig gelabelte Produkte zu konsumieren UND sich politisch zu enaggieren sind keine Widersprüche. Das Buch schafft es nicht die Diversität und Widersprüchlichkeit herauszuarbeiten, denen wir alle angesicht der globalen Misere entgegenstehen. Das Buch trägt hingegen zur allgemeinen Frustration bei und de-legeitmiert alle möglichen Aktionsformen. Uns als Leser*innen wird folgendes präsentiert: Ein bestimmtes Verhalten wird pauschal abgewertet und ein anderes vorgeschrieben. Das ist anmaßend. Das Buch wird daher der Komplexität der Thematik nicht gerecht.