Leserstimme zu
Artemis

Unsympathische Protagonisten, verschnupft klingende Stimme, nicht vorhandener Spannungsbogen

Von: Travel Without Moving
20.04.2018

Jazz Bashara lebt in Artemis, der ersten und einzigen Stadt auf dem Mond. Sie arbeitet als Trägerin, aber weil sie vom großen Geld träumt, schmuggelt sie zudem verschiedene Güter. Eines Tages bekommt sie ein verlockendes Angebot, das es ihr ermöglicht, extrem viel Geld mit einer einzigen Aktion zu verdienen. Doch die Sache geht schief, und Jazz gerät in tödliche Gefahr, denn sie hat sich mit den falschen Leuten angelegt. Ich habe bereits ‚Der Marsianer‘ als Hörbuch gehört, und obwohl mir das Buch sprachlich nicht gefallen hat, ich die Dialoge und die Witze flach fand und die Protagonisten meiner Meinung sehr oberflächlich gezeichnet waren, hat mir das Hörbuch letztendlich ganz gut gefallen, da ich die Mars-Szenerie spannend und stimmungsvoll fand. Von Anfang an wusste ich bei ‚Artemis‘, dass es hier so ähnlich sein wird, und tatsächlich fand ich die Beschreibung der Mondstadt Artemis zu Beginn fesselnd und gelungen, aber den Rest weniger gut. Im Verlauf wurden alle meine Kritikpunkte immer gravierender: Die Protagonisten waren nicht nur allesamt unsympathisch, sondern auch so stereotyp und so abziehbildartig, dass ich mich regelrecht durch das Hörbuch gequält habe. Die Witze passen perfekt in einen Hollywood-Blockbuster, waren in meinen Augen zwar sehr bemüht, aber kein bisschen witzig. Mich hat die Geschichte wirklich zu keinem Zeitpunkt gefesselt, und die schrille Stimme von Gabrielle Pietermann hat mich angestrengt, und sie klingt oft so verschnupft, dass ich der Sprecherin beim Zuhören dauernd ein virtuelles Taschentuch reichen wollte. ‚Artemis‘ erzählt von einem voll und ganz unspektakulären Frauenleben zwischen Kriminalität und Promiskuität, das zufällig in einer spektakulären Umgebung stattfindet, sonst aber ziemlich trostlos ist. Andy Weir: Artemis. Gekürzte Lesung von Gabrielle Pietermann und Marius Clarén. Random House Audio, 2018; 15 Euro.