Leserstimme zu
Hoffen, dass der Schulbus nicht fährt

Rezension: Hoffen, dass der Schulbus nicht fährt von Stefan Schade

Von: Elena
07.05.2018

Stefan Schade fasst in diesem Buch treffend in einer Bilderserie die schönsten Dorfkindmomente zusammen. Zu jedem Bild steht ein Satz, eine Erinnerung oder Erfahrung, mit der sich vermutlich jedes Dorfkind identifizieren kann, wie zum Beispiel "Wenn ein schlechter Empfang dein ständiger Begleiter ist." Meine Meinung: Ich persönlich komme nicht direkt aus einem Dorf, sondern eher aus einer Kleinstadt. Trotzdem konnte ich mich in vielen Situationen auch hier wiederfinden und vor allem durch meine Sommer bei meiner Oma in ihrem Dorf nachempfinden. Vor allem der Titel hat mich angesprochen, weil ich diese Hoffnung nur zu gut aus meiner Kindheit kenne. Wenn der Schulbus eine halbe Stunde zu spät kam, drehten alle Kinder wieder um und wussten: Der kommt eh nicht mehr und die Hälfte der Klasse taucht dementsprechend gar nicht mehr auf. Kein Bus = keine Schule, ist doch klar. Vor allem im Winter. Zum 18. Geburtstag gab es bei den meisten wohl eine alte Rostlaube oder die Kurse für den Führerschein geschenkt, ohne Auto kam man ja nirgendwo hin. Über viele, sogenannte "Dorfkindmomente", wie die Aktion auf Facebook genannt wurde, musste ich wirklich schmunzeln. Die Sprüche in Schades Buch und die passenden Bilder sind humorvoll ausgewählt. Viele treffen auf mich zu. Als Kind konnte ich ohne Aufsicht im Wald spielen und hab jeden, der im Feld auf mich zukam gegrüßt (die meisten kannte man eh, aber eben nicht alle). Ich weiß nicht, ob das der Unterschied zwischen Stadt und Dorf ist oder ob sich die Zeiten einfach geändert haben, aber ich habe das Gefühl, dass heutzutage die Kinder nichts mehr ohne Aufsicht tun dürfen und ständig überwacht werden. Die Eltern scheinen in der ständigen Angst zu leben, dass ihrem Kind etwas passieren könnte und lassen gar nicht zu, dass es so manch eigene Erfahrung macht. Es ist nur natürlich, dass sich Eltern immer Sorgen um ihr Kind machen, aber es wirkt, als sei es einfach extremer geworden. Viele Momente kann ich aber auch nicht so wirklich nachvollziehen, vor allem alle Bilder zum Bier trinken und feiern. Das Buch stellt es ein bisschen so dar, als gäbe es im Dorf nichts anderes als sich die Hucke vollzusaufen und zu feiern. Fazit: In Stefan Schades "Hoffen, dass der Schulbus nicht fährt" kann man als Dorfkind wunderbar in Erinnerung schwelgen und noch einmal typische "Dorfkindmomente" der Kindheit aufleben lassen. Echte Stadtkinder können mit dem Buch vermutlich weniger anfangen und wären vielleicht ein wenig enttäuscht von der Machart, also immer nur ein Bild mit einem passenden Spruch. Oder sie schütteln vielleicht ungläubig dden Kopf über die Dorfkinder, die alles mögliche anstellen. Mir persönlich hat dieser humorvolle Bildband sehr gut gefallen.