Leserstimme zu
Ein Sommer und ein ganzes Leben

Geliebt zu werden macht uns stark

Von: Hanne / Lesegenuss
15.05.2018

Mit ihrem Roman "Ein Sommer und ein ganzes Leben" hat mich die Autorin angenehm überrascht. Der leicht-lebendige Schreibstil hat mich begeistert, und man merkt, dass die Plots gut durchdacht, ihre Protagonisten lebendig und authentisch beschrieben sind. Was hervorsticht, sind ihre Themen. Aber auch eine berührende Liebesgeschichte fehlt nicht, gerade weil es eine Beziehung ist, die nicht der "Norm" entspricht. Es ist eine Story, die das Herz erreicht und überzeugt. Vor allem aber spricht der Roman an durch seine Erkenntnisse und so hat er mich noch einige Zeit danach beschäftigt. Die Geschichte handelt von Katharina, alleinerziehende Mutter von zwei Kindern, irgendwie chaotisch, verrückt, und dennoch schleppt sie einen Ballast aus ihrer Vergangenheit mit sich. Zu einem Zeitpunkt, als gerade mal wieder alles nicht nach Plan läuft, erhält sie von ihrer Freundin das Angebot, für drei Jahre ihr riesengroßes Haus zu hüten. Mit einem riesengroßen Garten. Für Katharina eine Erleichterung, zumal sie nicht auf ein gesichertes Einkommen zurückgreifen kann. Auch wenn ihre Schwiegereltern ihr immer wieder Hilfe anbieten, lehnt sie ab. Dann lernt sie ihren neuen Nachbarn David kennen, der im Rollstuhl sitzt. Für ihn anscheinend kein Handicap, aber für viele Menschen aus dem Leben. Die beiden kommen sich näher, da sie David unterstützt, seinen Papierkram aufzuarbeiten. Auch für die beiden Kinder stellt Davids Behinderung kein Problem dar. Und dennoch, wenn da nicht das Vergangene wäre - ein Tabuthema, viele Ängste, Loslassen können. Der Autorin ist es überzeugend gelungen, die tiefgründige Hintergrundstory beider Protagonisten zu verflechten. Vor allem, dass hier zwei wichtige Themen eine große Rolle spielen. Ihre Lebensgeschichten werden dem Leser aber nicht gleich offenbart. Katharina war mir als Charaktere sympathisch, manchmal ein bisschen überspannt ☺ Ihre andere Seite, beruflich, Mentorin/coach ist überzeugend dargestellt. David war für mich der Knaller, eine perfekt beschriebene Charaktere. Auch sein Handeln nachvollziehbar. Manchmal hatte ich das Gefühl, er wuselt hier gerade bei mir im Haus herum☺ Von Anfang an sympathisch. Die Beziehung zwischen ihnen entwickelt sich ruhig, angepasst. Beide begegnen Vorurteilen und dennoch, sie passen wunderbar zusammen. Henry David Thoreau sagt: Ein neues Leben kann man nicht anfangen, aber täglich einen neuen Tag. Eine Lesereise, die ich nicht missen möchte.