Leserstimme zu
Leere Herzen

Leere Herzen

Von: Mona Roza
19.05.2018

Leere Herzen Ein Szenario, das unter die Haut geht. Es ist die nahe Zukunft, 2025.. nicht mehr lange hin. Ist es dann immer noch hoffentlich nur eine Dystopie oder schon grausame Realität. “Leere Herzen” spielt wie alle Juli Zeh Romane in Deutschland. In diesem Deutschland jedoch tritt Angela Merkel zurück und überlässt der BBB (Bersorgte Bürger Bewegung) die Regierung.. wobei die BBB stark an die besorgten Bürger der Afd erinnert. Naja es gibt aber bedingungslose Grundeinkommen, Europa gibts auch bald nicht mehr und auch nicht mehr viele Grundrechte. Ich liebe die Romane von Juli Zeh, sie ist klug und hat einfach einen tollen Schreibstil. Vor allem gefällt mir ihre kritische Art, Gesellschaften zu hinterfragen. Sie hatte von kindesbeinen an mit Politik zu tun und das merkt man ihr an. Sie schreibt mit Leidenschaft. Der Roman war so realistisch geschrieben, das ich manchmal eine Gänsehaut bekam, weil eine solche Zukunft vielleicht gar nicht mehr so fern ist, wie wir glauben wollen. In “Leere Herzen” führen Britta und ihr Geschäftspartner Babak eine psychotherapeutische Praxis in der sie suizidgefährdeten Menschen helfen wollen. Algorithmen bestimmen die Anwärter. Und jetzt kommt der Knüller. Diese Menschen durchlaufen ein Programm in dem geprüft wird, ob sie so suizidial sein könnten, dass man sie an Organisationen weitervermitteln kann, die Selbstmordattentäter brauchen. Dadurch haben die Klienten das Gefühl, für eine gute Sache gestorben zu sein. Damit verdienen Britta und Babak ein Vermögen. Wer dieses sog. Program nicht durchstehen sollte, gilt als geheilt und ist so glücklich darüber, dass er ihnen noch mehr Geld zukommen lässt.. spendet. Ein unglaublich spannender und beängstigender Roman..  Das Lesegefühl ist sehr gut und der Schreibstil flüssig zu lesen.   Ich kann das Buch nur weiterempfehlen!