Leserstimme zu
Die Sehnsucht der starken Frau nach dem starken Mann

Schreiben Sie Ihr Drehbuch in Sachen Beziehung neu

Von: Alexandra Graßler
05.03.2015

Nachdem ich das Buch von Maja Storch zum Thema kluge Entscheidungen zu treffen gelesen hatte, recherchierte ich über ihren weiteren Bücher. Und dieser Titel von ihr hat mich geradezu angesprungen :-) Um es gleich vorwegzunehmen, auch wenn das Buch sich verständlicherweise hauptsächlich an Leserinnen richtet, bietet es für Männer eine Fülle an Informationen die zum Verständnis über die oftmals seltsamen Reaktionen ihrer Partnerinnen Aufschluss geben können. Und damit sind wir auch schon mitten im Thema. Wir starken Frauen, die wir in unserem Job unseren "Mann" stehen und auch sonst mit allem was das Leben so bietet, meistens gut klarkommen, haben doch häufiger als gedacht, beim Thema Beziehung irgendwie das falsche Drehbuch... Will heißen, dass wir in unseren Partnerschaften manches mal Unsicherheiten an den Tag legen die wir sonst überhaupt nicht an uns kennen und einen Hang zum emotionalen Drama hegen, was uns selbst ganz fremd erscheinen lässt. Wenn Ihnen als Frau das auch nur im Entferntesten bekannt vorkommen mag, dem bietet Maja Storch mit ihrem Buch die Möglichkeit diese Muster zu verstehen und Wege aus dem Durcheinander zu finden. Mit Hilfe der Archetypen nach C.G. Jung vermittelt sie über die Analyse eines Märchens die verschiedenen Anteile, die in uns wirken und uns - öfter als uns lieb ist - sabotieren. Die Archetypen sind Bilder die wir in uns entwickelt haben und uns entweder unterstützen als starke Anteile oder eben ausbremsen wenn sie nicht in unser emotionales Dasein integriert sind. Eine große Rolle dabei spielt z. B. der Animus. Darunter versteht man salopp gesagt, das Männerbild, das wir in uns entwickelt haben. Und dieses gründet naturgemäß vor allem auf dem Bild, das wir von unserem Vater internaliert haben. Und wenn Sie mal über die typischen Väterrollen und -typen nachdenken (inkl. unserer eigenen Väter) werden sich einige Punkte zeigen, die auf sehr viele unserer Vätergeneration zutreffen: Sie waren oft durch die Arbeit außer Haus, haben die Ernährerrolle ausgefüllt und dabei den emotionalen Anteil häufig sehr stark weggeschoben. Was jetzt übertragen auf unseren entwickelten Animus schon mal erklärt, warum wir so oft auf den "einsamen Wolf" abfahren, der wenig Zeit hat und nicht grad vor Gefühlsduseleien übersprudelt. Wir haben damit oft Stärke bei Männern mit Abwesenheit verknüpft und emotionaler Diät uns gegenüber. Was nun in keinster Weise eine Wertung darstellt, sondern lediglich eine Beschreibung dessen, was ist. Was es im weiteren Verlauf mit unserem Schatten auf sich hat, einem weiteren archetypischen Bild wird sehr anschaulich durch die Analyse des Märchens aufgezeigt. Und natürlich auch gangbare Wege, die wir starken Frauen beschreiten können um uns diesen Anteilen in uns anzunähern und sie zu Stärken zu entwickeln. Eine überaus spannende Reise die uns zu uns selbst bringt. Von mir fünf Sterne und eine absolute Leseempfehlung, wenn nicht sogar schon ein Lesebefehl :-)