Leserstimme zu
Niemand weint um dich

Was geschah mit Coco?

Von: Caren Lückel aus Bad Berleburg
03.06.2018

Inhalt: Sean Jackson ist ein Weiberheld. Er feiert an seinem 50. Geburtstag ein rauschendes Fest mit seinen Freunden. An seiner Seite ist seine zweite Ehefrau Claire, mit der er die Zwillinge Ruby und Coco hat. Aus erster Ehe hat er ebenfalls zwei Töchter. In der Beziehung mit Claire kriselt es gewaltig. Am Morgen nach der Feier ist Coco verschwunden. 12 Jahre später begleiten wir Mila (eine Tochter aus Seans erster Ehe) und Ruby zur Beerdigung ihres Vaters. Er war inzwischen zum vierten Mal verheiratet. Der Verlust von Coco liegt immer noch wie ein Schatten über allen, die damals dabei waren. Meine Meinung; Nach dem Klappentext erwartete ich einen spannenden Thriller, in dessen Mittelpunkt das Verschwinden von Coco steht. Diese Erwartung wurde in keinster Weise erfüllt. Nach den ersten Seiten war ich nahe dran, das Buch wieder weg zu legen. Anfangs waren die Zeitsprünge und Perspektivwechsel sehr verwirrend. Wenn man sich daran gewöhnt hat, kommt man damit zurecht, obwohl man bei manchen Kapiteln einige Zeit braucht, um zu wissen, um wen es in dem Abschnitt geht. Die Entführungsgeschichte ist eher nebensächlich, es geht hauptsächlich um die zwischenmenschlichen Beziehungen der einzelnen Personen des damaligen Freundeskreises. Auch Seans Hang zu wechselnden Frauen und seine mangelnden Vaterqualitäten werden zum Thema. Die Atmosphäre des Buches ist bedrückend. Das Verhalten der Erwachsenen, die meiner Meinung nach fast alle eine psychischen Knacks haben, ist unverantwortlich und nur schwer nachvollziehbar. Mila und Ruby kommen mir noch am normalsten vor, mit ihnen konnte ih mich am ehesten identifizieren. Die Auflösung des Verschwindens von Coco hat mich umgehauen! Es ist durchaus nachvollziehbar und logisch, was passiert ist, man wird aber trotzdem kalt erwischt und völlig überrascht. Fazit: Wenn man keinen Thriller erwartet, ist das Buch durchaus gut zu lesen.