Leserstimme zu
So also endet die Welt

Gut für zwischendurch

Von: Steffi
16.07.2018

"Julia und Erik, Mitte dreißig, verbringen die Ferien mit ihren Kindern im Sommerhaus an der Westküste Finnlands. Die Atmosphäre zwischen den Eheleuten ist angespannt: Julia, Autorin eines erfolgreichen Romandebüts, quält sich mit einer Schreibblockade und hadert damit, sich zu früh gebunden zu haben. Erik bangt um seinen Job als Informatiker, mit dem er die Familie ernährt, und wird unter dem Druck zum Lügner. Während Tochter Alice ihre erste Liebe erlebt, spitzen sich die Konflikte zwischen den Eheleuten in den zehn Wochen Urlaub dramatisch zu." Philip Teir gelingt mit seinem Roman ein Einblick in eine scheinbare Durchschnittsfamilie, in der sich die Einzelpersonen mit verschiedenen Problemen rumschlagen, wie drohender Arbeitslosigkeit, allgemeiner Unzufriedenheit oder dem Beginn der Pubertät. Dass somit kaum Zeit für gemeinsame Familienaktivitäten bleibt, ist hierbei nicht überraschend. Im Laufe des Romans geraten immer mehr Personen in die Geschichte, wie Eriks Bruder, der nach einer nicht zufriedenstellenden Asienreise einen neuen Sinn sucht oder Julias Kindheitsfreundin Marika, die mit ihrer unkonventionellen Familie ebenfalls Urlaub macht. Diese Personen werden alle sehr interessant beschrieben und der Leser erfährt den Hintergrund jeder Person. Allerdings geraten meiner Meinung nach durch die hohe Anzahl der Personen die vermeintlichen Hauptcharaktere etwas in den Hintergrund. Insgesamt verdeutlicht der Roman sehr gut, dass eben nicht immer alles so ist, wie es scheint und dass manchmal sich nahe stehende Personen mehr Interesse aneinander zeigen sollten, als sie es vermeintlich machen. Es ist ein schöner Roman, den man gut zwischendurch lesen kann und der an manchen Stellen auch zum Denken anregt. Allerdings meiner Meinung nach mit zu vielen guten Ansätzen, die nicht zufriedenstellend zu Ende erzählt werden. Aber vielleicht ist auch genau das die Intention von Philip Teir ...