Leserstimme zu
Die englische Hebamme

Sehr interessant

Von: EvaMaria
26.07.2018

Auf das Buch habe ich mich wirklich gefreut, denn ich mag Indien und war gespannt über die damalige Zeit in Indien erfahren zu dürfen. Nach Beendigung kann ich nun sagen, dass ich die Geschichte von Kit toll fand, aber nicht so ganz überzeugend. Der Autorin ist es sehr gut gelungen, dass Feeling von Indien für den Leser aufzubauen und sie hat auch wirklich sehr viele Details beschrieben. Man erfährt, wie man bereits damals mit Frauen umgegangen ist und wie unterschiedlich die damaligen Gesellschaftsschichten gelebt und interagiert haben. Diese Abschnitte fand ich absolut gelungen, ebenso die Passagen über die Klinik. Faszinierend fand ich die Arbeit der dortigen Hebammen, da waren doch so einige unterhaltsame Arbeitsweisen beschrieben. Was mich aber an der Geschichte doch auch etwas gestört hat, war, dass es mit über 600 Seiten ein wirklich langes Buch war, denn es gab aus meiner Sicht einfach keinen Höhepunkt und die die Handlung plätschert durchwegs dahin und es war dann doch irgendwie zäh, obwohl ich die Beschreibung von Indien gelungen fand. Kit fand ich einen gelungenen Hauptcharakter. Ich fand sie eigentlich ganz sympathisch beschrieben und ich habe sie doch auch bewundert, dass sie in der damaligen Zeit sich getraut hat einen Inder zu heiraten. Ich meine, dass muss ja damals sehr schwierig gewesen sein. Persönlich würde ich sie auch als sehr authentisch bezeichnen. Ich würde auch die restlichen Charaktere, definitiv als gelungen bezeichnen. Hier sind so einige spannende Personen dabei. Generell würde ich aber auch diese als gelungen bezeichnen. Seltsam fand ich allerdings die Mutter von Kit und ihre Beziehung. Irgendwie ist der Funke zu ihr nicht übergesprungen und ich könnte jetzt nicht sagen, dass sie auf mich wirklich sympathisch wirkte. Der Schreibstil der Autorin war sehr toll zu lesen. Das Buch lies sich sehr flüssig und locker lesen, obwohl es doch auch zumindest stellenweise schwierige Themen behandelt. Die Geschichte wird aus der Perspektive von Kit erzählt, was ich gerade im Zusammenhang mit dem Neuanfang in Indien richtig toll fand. Die Handlung war auch sehr gut verständlich und man konnte dieser wirklich gut folgen. Das Cover finde ich eigentlich ganz toll, obwohl es irgendwie fad wirkt. Zur Autorin: Julia Gregson arbeitete als Model für Hardie Amies, bevor sie sich dem Journalismus zuwandte. Nach Auslandseinsätzen in Vietnam und Indien begann sie in New York, für den Rolling Stone zu schreiben und hat Mohammed Ali, Buzz Aldrin, Ronnie Biggs und die Größen Hollywoods interviewt. Inzwischen ist sie verheiratet, hat eine Tochter, vier Stiefkinder und lebt in Wales mit drei Ponys und zwei Hunden. Quelle: Verlag Fazit: 4 von 5 Sterne. Tolles Buch mit ein paar kleinen Schwachstellen. Kann ich weiterempfehlen.